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Dienstag, September 28, 2021

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Celans „Todesfuge“: Ein Gedicht, das die Welt bewegt

Der Kulturkritiker Hans Jörg Loskill erinnert am Montag, dem 9. November, in einer Veranstaltung in der „Lebendigen Bibliothek“ im Kulturzentrum August Everding mit einem Referat, gepaart mit Lesungen vieler Gedichte, an den großen Autor des 20. Jahrhunderts, Paul Celan. Es ist eine Gedenkveranstaltung des Stadtarchivs zur Erinnerung an die so genannte „Kristallnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938, als im gesamten Deutschen Reich Synagogen zerstört wurden, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Einwohner demoliert und Juden misshandelt wurden. Auch in Bottrop kam es zu Ausschreitungen.

Musikalischer Partner Loskills bei der Veranstaltung, die um .. Uhr beginnt, ist der Bottroper Saxophonist und Jazz-Musiker Lennart Allkemper, der gemeinsam mit Tim Bücher (Gitarre) auftreten wird. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Der deutsche Lyriker Paul Celan (1920 – 1970) schrieb ein Gedicht, das 1944/45 entstand und um die Welt ging: „Die Todesfuge“. Es bedeutete für viele zugleich einen Schock und eine Provokation. Denn in diesen Zeilen steht der Satz: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Celan fasst in diesem Gedicht das Grauen vor den Nazi-Verbrechen im KZ mit den millionenfachen Morden an jüdischen Mitbürgern, Andersdenkenden, Kranken und Behinderten zusammen. Nach Hitler, so hieß es damals, dürfe man kein Gedicht im Land der Dichter und der Kultur schreiben.

Umso größer war die Aufregung um Celan. Er stammte aus der Bukowina (Cernowitz) aus einer jüdischen Familie. Ab 1938 begann seine Flucht, seine Wanderschaft durch europäische Städte. Celan lebte unter anderem in Tours, Berlin, Wien und Paris. Doch seine literarische Sprache blieb immer deutsch. Kurz vor seinem Selbstmord bereiste Paul Celan erstmals Israel. Darauf schrieb er Texte über das Verhältnis von Bibel und Gegenwart, jüdischer Tradition und privater Erinnerung. Ob bei Stationen in Israel oder in Wien, in Paris oder Berlin – Celan war überall ein verzweifelt Suchender, der nach seiner eigenen (deutsch-jüdischen) Identität fragte.

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