Ein Ex-Berliner ist jetzt „Schäfer“

Jetzt, wo der Stress so langsam aber sicher von ihm abfällt, da kann Serkan Aras, den alle nur Sergi nennen, schon fast wieder etwas durchatmen. Kraft haben ihn die vergangenen Wochen und Monate gekostet, aber keine Sekunde will er von diesem Kraftakt missen. Und von Pause kann schon garkeine Rede sein – der Inhaber der Kultkneipe Schäfer hat schon wieder neue Pläne in der Tasche.

Keine Frage, wer diese traditionsreiche Kneipe übernimmt, der tritt in große Fußstapfen. Aber wer Sergi kennt, der weiß, dass er Herausforderungen liebt. Den bewährten Charme zu halten und den eigenen Anstrich mit einzubringen, daran sind schon einige Gastronomen bitterlich nach Übernahmen gescheitert. Nicht so der 35-Jährige, der nicht nur mit einigen optischen und konzeptionellen Veränderungen, sondern vor allem auch mit seiner erfrischenden und bodenständigen Art für frischen Wind im Schäfer sorgt. Gastronomie, die hat den Wahl-Bottroper schon immer gereizt. Eine eigene Burger-Bude , das hätte er sich schon immer sehr gut vorstellen können. „Oder auch was anderes, Hauptsache Gastronomie“, lacht der Mann, der der eigens der Liebe wegen vor einigen Jahren aus Berlin ins Ruhrgebiet gekommen war. Und auch wenn der Start in der neuen Heimat nicht so leicht war wie erhofft, Sergi hat sich durchgebissen und seine kleine Familie als Taxifahrer ernährt. Bis zu dem Tag, an dem sein Traum ein gewaltiges Stück näher gerückt war. Abdel Hamadi, ehemaliger Besitzer des Schäfer, hatte die Nase voll vom Zapfen und wollte die Gastronomie verlassen. „Da habe ich dann meine Chance gesehen, endlich in diesem Gewerbe Fuß zu fassen und meinen Traum verwirklichen zu können“, so Aras, der die Gelegenheit beim Schopfe packte und zuschlug. Gesagt, getan – noch war die Unterschrift unter den Verträgen kaum getrocknet, da packte Sergi an. Zehn  Tage Umbau standen auf dem Plan, später wurde sogar noch der Toilettenbereich erneuert. Und dann, an diesem einen Tag im Oktober 2016, da floss das erste Bier in die Kehlen der Schäfer-Gäste.

Sergi 2„Ein ganz besonderer Moment“, wie Sergi sagt, der spätestens in diesem Moment an seinem großen Ziel angekommen war. Zurücklehnen ist aber eher nicht so das Ding des 35-jährigen Familienvaters, im Gegenteil. „Zusätzlich zu Sky werde ich meinen Kunden natürlich auch Eurosport 2 anbieten, damit wir hier bei uns im Schäfer alle Fußball-Spiele auch weiterhin live verfolgen können“, unterstreicht er. Natürlich ärgere er sich darüber, dass die Lizenzen so zerschlagen sind mittlerweile. Aber die Bundesliga und Sky aufkündigen, das kam für Aras nicht in Frage. „Wenn wir das alle machen würden, dann kann man bald in den Bottroper Kneipen keine Bundesliga oder Champions League mehr sehen. Und dann müssten wir uns auch nicht wundern, wenn die Leute in andere Städte in die Gastronomien abwandern. Wir sind hier vor Ort selber dafür verantwortlich, unseren Gästen es so schön zu machen, dass sie sich bei uns wohlfühlen und bleiben“, setzt Sergi ein Ausrufezeichen, der mit der Anpassung seiner Konzepte, zu denen künftig auch Motto-Partys zählen werden, auch wieder vermehrt jüngere Leute und Frauen anspricht. Am Ende seiner Schaffenskraft ist der Wahl-Bottroper noch lange nicht, die nächsten Pläne sind schon längst aus der Schublade geholt und besprochen. „Nur so viel, es handelt sich auch wieder um eine Sache aus dem Bereich Gastronomie, diesmal auf der Gladbecker Straße. Mehr verrate ich zu gegebenem Zeitpunkt“, grinst Sergi „Schäfer“.

Tagged in:,
Über 

1 Kommentar

  1. Fabian

    13. August 2017 - 2:23
    Reply

    Früher zu Abdels Zeiten bin ich fast jede Woche im Schäfer gewesen. Seit der Übernahme von Herrn Aras gefällt es mir dort nicht mehr. Die Musik ist so übertrieben laut, dass keine Unterhaltung mehr innerhalb der Kneipe möglich ist und dieser Türsteher macht einem jeden Besuch madig.
    Sorry, keine Besserung gegenüber dem Vorbesitzer!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *