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Donnerstag, Februar 25, 2021

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Zwei Jahrzehnte an der Trappe-Tür

Wer auf dem Weg über die Türschwelle in dieses markante und furchige Gesicht geblickt hat, dem blieb das „Guten Abend“ auch schonmal gerne im Halse stecken. Besser garnicht auffallen als irgendwie schlecht, das war die beste Devise, nach der man handeln konnte. Denn ebenso rau wie die Kneipe an sich, so hart musst Du auch als Türsteher sein, wenn Dein Arbeitgeber der mit Geschichten überhäufte Trappenkamp war. Eine harte Zeit, aber sehr lehrreich, spannend und voller Herz, wie sich der alte Haudegen Sven Wermke heute, viele Jahre nach dem Ende der Trappe, erinnert.

 

Dieses Gesicht hat gelebt, dieser Körper gearbeitet und gelitten – und diese Augen, die nicht mehr so ganz die Wachheit vergangener Tage wiederspiegeln wollen, sie aber noch immer erahnen lassen, sie haben gesehen. Abgecheckt, und zwar jeden einzelnen, der sich auf ein Bierchen oder gerne auch mal zwei in den Bottroper Trappenkamp an ihm vorbei  über die Schwelle bewegen musste.  19 Jahre lang, fast zwei Jahrzehnte also, stand Sven Wermke jedes Wochenende an Bottrops berühmtester, vor allem aber berüchtigtster Tür.  Der Trappenkamp; noch immer raunen sich die Bottroper den Namen der Kneipe zu, die heute, fast 15 Jahre nachdem das letzte Bier aus dem Hahn gelaufen und der letzte Schnaps die Kehle hinunter ist, irgendwo zwischen Kult, Mythos und Geschichten aus der Gruft rangiert. Viel ist passiert in diesen 19 Jahren – „und es wurde wirklich beinahe jedes Jahr schlimmer“, erinnert sich der heute 50-Jährige, der im Alter von 21 Jahren zum ersten Mal auf seinem Hocker direkt an der Trappe-Türe Stellung bezogen hatte. Die Kämpfe, die Wermke hatte, unmöglich zu zählen – „aber die Momente, in denen ich selber mal in die Knie

27045052_1710003142414777_994623740_ngehen musste in den 19 Jahren, die kann ich maximal an einer Hand abzählen“, lacht der alte Haudegen heiser, und man spürt in diesem Moment, dass man diesem Mann auch mit seinen 50 Jahren noch immer nicht auf die Agenda des Handelns geraten möchte. Wo andere Menschen Fingerknochen besitzen, da hat Wermke heutzutage nur noch Granitblöcke, so häufig waren die Hände des ehemaligen Boxers schon lädiert. Wie Patrick Swayze in „Road House“ hat auch der Bottroper lange Zeit sein Geld an der Tür verdient – und nicht weniger Verletzungen davon getragen als Swayze  in dem Leinwand-Kracher. Noch heute löst der „Trappenkamp“ in den Bottropern gemischte Gefühle aus. Die Einen verbrachten dort etliche schöne Abende, andere machten Bekanntschaft mit Wermke und dürften noch heute alleine bei Nennung des Namens unter Phantom-Schmerzen leiden. Und ganz Andere, die, die niemals durch die Türe auf ein Bier zu Erika geschlendert sind, feilen mit erfundenen Geschichten weiter an Mythos und Image, nicht immer am besten dieser Beiden. „Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Geschichten über unsere Trappe immer weiter zunehmen, obwohl es uns schon so lange nicht mehr gibt“, lacht Wermke, in dessen Händen die Sicherheit des Ladens so behütet gelegen hat wie das Kleinkind an der Mutterbrust. „Allerdings“, so sagt er, „viele dieser Geschichten bekommen über die Jahre immer weitere Einzelheiten hinzu verpasst. Streich die Hälfte weg, und es dürfte stimmen“, sagt der Bottroper.

Es gab Zeiten, da waren Wermke, der Trappenkamp sowie Inhaberin und Mutter Erika in unserer Stadt bekannter als die sprichwörtlichen bunten Hunde. „Das hat natürlich auch Nachteile, wenn Du freitags jemanden unter großem Tamtam rausgeschmissen hast, und ihn samstags auf dem Bottroper Markt beim Fischbrötchen holen wiedergetroffen hast, dann konnte das unangenehm sein. Allerdings in den wenigsten Fällen für mich“, unterstreicht der 50-Jährige, der nach einschneidenden Erlebnis die Türe für sich schloss: „Das war an dem Tag, als wenige Zentimeter neben mir eine Kugel ins Holz eingeschlagen ist. Da wusste ich: es ist an der Zeit aufzuhören, zumal ich auch gerade stolzer Vater meiner Tochter Shawnie geworden bin, ich war da in einer völlig anderen Verantwortung“, sagt Wermke. Heutzutage, das weiß er ganz genau, würde er einen Job an der Türe nicht mehr machen. „Die Zeiten haben sich drastisch verändert. Früher hat´s halt mal geknallt – und dann war Ruhe. Hab ich Dich rausgeschmissen, konntest Du eine Woche später kommen, Dich entschuldigen, höflich nach einer Chance bitten und ich habe Dich wieder reingelassen. Aber heute drehen schon die ganz jungen Leute durch, sind teilweise schwer bewaffnet, haben kaum Respekt und sind skrupellos. Die Schlägereien mit Rockern waren immer sehr hart, aber garantiert nicht so gefährlich wie das, was heutige Türsteher erleben müssen. Dieser Gefahr würde ich mich als Vater einer Tochter heute nie wieder aussetzen“, unterstreicht Wermke.

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