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Samstag, Dezember 4, 2021

„Bottrop im Detail“ und HEZ: Auch zwei Bottroper Projekte standen im Focus

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Ein Mann für die Abgehängten der Gesellschaft

Vorurteile, mit denen sich Norbert Eickholt immer wieder konfrontiert sieht wenn es um seine „Schützlinge“ geht, bringen den bulligen Dipl. Soz.-Pädagogen auf die Palme. „Ich habe das Gefühl, wenn so manches Mal über dieses Thema gesprochen wird, dass es sich hierbei gar nicht mehr um Menschen handelt, sondern um Dinge. Dinge, die manch einer gerne schnellstmöglich entsorgt sehen würde. Und dagegen wehre ich mich“, sagt Norbert Eickholt. Er kümmert sich um die abgehängten unserer Gesellschaft, die in ihrer Gruppe stehend vor Kaufland vielen Bottropern ein Dorn im Auge sind.

Knapp über ein Jahr bekleidet Norbert Eickholt nun das Amt des Sozialarbeiters, der sich um seine „Gruppe“ kümmert. Vorher, als der Bottroper noch Leiter des Spielraums auf der Prosperstraße gewesen war, hat sich Eickholt die nötige Ruhe und ein dickes Fell für seine jetzige Aufgabe zulegen können. Denn der Einstieg, die Kontaktaufnahme zu der Gruppe, die für ein geteiltes Echo in der Bottroper Landschaft sorgt, es war alles andere als ein einfaches Unterfangen. „Ich habe hier eine eigentlich sehr homogene, in sich geschlossene Gruppe vorgefunden, die sehr misstrauisch Fremden gegenüber ist“, sagt der Sozialarbeiter. Vier Monate, so sagt er habe es gedauert, bis die ersten Mitglieder aus der Gruppe Vertrauen ihm gegenüber gefasst hatten. Vorausgegangen war, dass der Bottroper gezielt zwei Gruppen-Mitgliedern geholfen habe. „Ab dem Zeitpunkt haben sie gespürt, dass wir nicht nur reden, sondern handeln“, sagt er. Viel sei im vergangenen  Jahr an ihn herangetragen worden, von Seiten der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Viele subjektive Empfindungen, wie Eickholt sagt. „Keine Frage, ich kann nicht ausschließen, dass es nicht mal Theater gibt. Besonders unter Alkoholeinfluss gibt es immer mal Streit. Aber es wäre mir neu, wenn Leute aus der Gruppe andere Leute angepöbelt hätten“, so der Sozialarbeiter. Dies, so sagt er, bestätige auch die Polizei, die von keinem erhöhten Gefahrenherd durch eben diese Gruppe vor Kaufland ausgeht. Auf eine Größe von 80 bis 90 Menschen sei diese unlängst geschätzt worden.

„Aber“, so sagt Eickholt, „auf dem Berliner Platz halten sich immer nur 20 bis 25 von ihnen zur gleichen  Zeit auf.“ Es sei vielmehr so, dass morgens, mittags sowie abends immer andere Gruppen-Mitglieder Bier auf dem Berliner Platz trinken würden. Dass die angrenzenden Unternehmen erheblichen Schaden nehmen würden, das kann Eickholt im Grunde ausschließen, wie er sagt. „Ich habe zu Beginn meiner Tätigkeit mit allen ansässigen Unternehmern das Gespräch gesucht und bin doch auch auf viel Verständnis gestoßen“, unterstreicht Eickholt, der von seinem Büro aus einen guten Überblick über den Berliner Platz hat. „Das ist in Bottrop ja kein Phänomen, was es woanders nicht gibt. Wenn Du eine Kiste Bier für sechs Euro schießen kannst, dann wirst Du auch das entsprechende Publikum anlocken“, sagt er. Von einer Szene sei allerdings bei 20 bis 25 Menschen nicht zu sprechen. „Das sollte man mal nach Essen blicken, wo 200 bis 300 Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen den Bahnhofsvorplatz bevölkern. Das ist eine Szene“, unterstreicht Eickholt. Viel habe sich im vergangenen Jahr zum Positiven gewendet, wie er feststellt. Verständnis untereinander in der Bevölkerung und mit den Unternehmen sei das Eine, Selbstreflektion das Andere. Mittlerweile hat Eickholt seine Gruppe soweit im Griff, dass diese mehr oder weniger freiwillig ihren Dreck mit Besen und Eimer beseitigen. „Sie kommen den ganzen Tag über an diese Utensilien, und sie machen absolut auch Gebrauch davon.“ So sei es beispielsweise bei der Tannenbaum-Schmückaktion für Kinder nirgendwo auf dem Berliner Platz so sauber gewesen, wie eben an dieser berüchtigten Stelle zwischen Sushi-Bar und Kaufland. „Und während woanders der Baumschmuck der Kinder geklaut wurde, hing er just an diesen Bäumen am längsten. Die Gruppe hat aufgepasst, dass niemand den Weihnachtsbaum zerstört“, so Norbert Eickholt. Natürlich sei es noch ein langer Weg, der hin zu Akzeptanz zu gehen sei. Und ein steinig-harter, wie der ehemalige Leiter des Spielraums weiß. „Aber man sollte immer einen Satz bedenken, der mir am Anfang meiner neuen Tätigkeit hier aus Reihen der Gruppe vermittelt wurde: Eine gesunde Gesellschaft muss auch Menschen aushalten können, die es nicht leicht im Leben hatten. Hinter jedem Einzelnen der Gruppe steckt ein persönliches Schicksal. Niemand wählt freiwillig ein Leben, in der er sich täglich mit Einsamkeit und Perspektivlosigkeit konfrontiert sieht.“

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