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Freitag, Juni 18, 2021

Bau-Boom hält an: 280 neue Wohnungen in Bottrop gebaut

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Neustart mit 24 Jahren

Nein, diesen einen entscheidenden Moment, diese eine Sekunde in der Du entscheidest: ich muss, ich werde etwas Einschneidendes in meinem Leben ändern, den gab es bei Nina van Holt nicht. Es war mehr ein Prozess, eine Aneinanderreihung von Überlegungen über einen Zeitraum X, der die junge Bottroperin dazu veranlasste, schon in jungen Jahren ihren geliebten Beruf mit Blick auf die Zukunft zu wechseln und noch einmal von vorne zu beginnen.

Ihre Arbeit, sie hat Nina van Holt immer Spaß gemacht. Sich als Krankenschwester im Marienhospital Bottrop in den Dienst der Menschen zu stellen, die ihre Hilfe benötigen um wieder gesund zu werden, das hat die heute 24-Jährige immer und an jedem einzelnen Tag begeistert. „Der Beruf der Krankenschwester auf der Inneren und Geriatrie hat mich vom ersten Tag meiner Ausbildung an begeistert und gefesselt, es tut sehr gut wenn man mit anpacken kann, um Menschen zu helfen“, sagt die Bottroperin, die nach dem Realschulabschluss sowie dem anschließenden Fachabitur im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen erst die Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte und später zwei Jahre in ihrem Traumberuf arbeiten konnte. Aber irgendwie war da immer etwas, eine innere Stimme, die Nina van Holt mahnend aufforderte, in sich zu gehen. „Es war halt schon so, dass ich mir erst wenig, dann aber immer häufiger Gedanken darüber gemacht habe, wie sich alles entwickeln wird. Jetzt macht es Spaß und fällt mir leicht, aber was ist in zwanzig, dreißig Jahren“, sagt  van Holt. Denn eines ist klar, so toll und ausfüllend der Beruf der Krankenschwester und des Krankenpflegers ist – und so immens wichtig – so hart und körperlich auslaugend ist er auch. Schichtarbeit, körperliche Anstrengung, dazu natürlich auch die emotionale Belastung, all das kann auch einem jungen Menschen schon zusetzen.

„Wie gesagt, ich habe mich immer sehr wohl gefühlt, aber ich habe immer wieder an meine Zukunft gedacht. Was ist wenn ich Kinder habe, eine Familie, wie vereinbare ich das mit meinem Schichtdienst“, kreisten die Gedanken um die Zukunft um die 24-Jährige. „Und irgendwann an diesem Punkt, vielleicht in einem Reifeprozess, habe ich dann für mich entschieden: Es ist an der Zeit, noch einmal etwas Neues zu beginnen, mein Leben noch einmal neu auszurichten. Und das habe ich dann getan“, so die Bottroperin. Schnell war klar: Es soll eine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau werden – und das natürlich im Betrieb von Vater Christoph van Holt, den Bremer Baustoffen auf der Horster Straße. Aber geschenkt bekommen, das hat Nina van Holt überhaupt nichts. „Im Gegenteil, ich musste mich genauso bewerben und durch ein Bewerbungsgespräch, so wie jeder andere auch“, lacht die Tochter des Inhabers, die alles möchte, aber keine Extra-Würste. „Da hab ich keine Lust zu, es reicht ja schon dass einige Menschen denken, ich hätte meine Ausbildung geschenkt bekommen. Das ist natürlich Unsinn unterstreicht die 24-Jährige. Fremd sind ihr Baustoffe nämlich so überhaupt nicht, auch zu Hause wird gewerkelt, geschraubt und gehämmert, was das Zeug hergibt. „Von daher sitze ich hier quasi im Paradies, ich liebe diese Arbeit und  alles was damit zu tun hat“, lacht Nina van Holt. Bereut, noch einmal von vorne gestartet zu haben – auch wenn die Ausbildung noch zwei Jahre laufen wird – das hat sie nie. „Und ich kann jedem Menschen, der sich mit dem Gedanken trägt in seinem Leben konkret etwas zu verändern nur raten: tu es. Denn irgendwann hat man den Zeitpunkt verpasst und wird es wahrscheinlich bereuen“, sagt die Auszubildende.

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