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Sonntag, Oktober 25, 2020

Raub auf Trinkhalle

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Lena´s Jahr in den USA

Diese eine, neue Uhr im Wohnzimmer, sie zeigt exakt die Zeit an, in der sich Tochter Lena gerade befindet. Weit weg, über Kontinente und Ozeane, viele tausend Kilometer von ihrer Heimat Bottrop entfernt, lernt die Tochter von Bianca und Marko Dhan gerade ein neues Leben kennen. Die junge Bottroperin Lena Dhan, die im Februar 16 Jahre alt wird, hat sich dazu entschieden, ein Jahr lang in einer amerikanischen Gastfamilie Land, Leute, Leben, Kultur und vieles mehr kennenzulernen.

Es war auf jeden Fall keine Kurzschlussentscheidung, die die 15-Jährige Lena Dhan  getroffen hat. „Ich habe als ich ungefähr zwölf Jahre alt war das erste Mal von meinen Freunden und meiner Schule mitbekommen, dass ein Auslandsjahr überhaupt möglich ist – und ab da an war es mein Traum“, sagt Lena, die seit dem 22. August 2018 ihr Auslandsjahr in Paragould, Arkansas begonnen hat. Weg von der Heimat, weg aus Bottrop, Abschied von Freunden, Familie und Bekannten, das kann nicht nur einen Menschen in jungen Jahren aufwühlen und an seiner Entscheidung zweifeln lassen.

Aber für Lena kam ein Rückzieher nie in Frage, fokussiert und voller Vorfreude auf ein großes Abenteuer stieg die Bottroperin vor wenigen Monaten in den Flieger Richtung Übersee – alleine und auf sich gestellt auf eine Reise, die auch immer etwas ins Ungewisse geht. „Das war so das erste Mal, dass wir ein komisches Gefühl in der Magengegend hatten“, sagt Vater Marko , „da geht Deine Tochter auf große Reise, ganz alleine, muss sich auf den weltgrößten Flughäfen durschlagen, und Du weißt nicht, auf was für Menschen sie in den USA trifft – hätte Lena dort Probleme gehabt, wir hätten nicht helfen können.“ Im Nachhinein, so viel steht fest, hätte es gar nicht besser laufen können. „Wir haben sofort eine Info bekommen, dass sie gut angekommen ist – und ebenso wichtig, dass die Gastfamilie sehr herzlich und freundlich ist, ab dem Punkt ist unsere Anspannung auch deutlich zurückgegangen“, erläutert Bianca Dhan, die sich gemeinsam mit Mann Marko immer besser an die Situation gewöhnt hat. „Klar gibt es Tage die schwierig sind, Weihnachten, Geburtstage. Aber wir wissen ja, dass wir sie  im  Juni 2019 wieder in unseren Armen halten“, so Marko Dhan. Kontakt ist bis dahin nämlich nur eingeschränkt über Skype-Gespräche alle paar Tage und unter Einberechnung der Zeitverschiebung möglich – ein Besuch der Tochter ist komplett untersagt. „Es geht darum, Lena nicht aus ihrem Alltag zu ziehen. Wenn sie uns sieht könnte es immer möglich sein, dass sie Heimweh bekommt. Deswegen dürfen wir noch nicht hin, also derzeit“, so Bianca und Marko , denn sie  werden ihre Tochter höchst selbst im Sommer 2019 in den USA abholen – ein Urlaub in Miami zu dritt inklusive. Für Lena, so lässt sie Wir lieben Bottrop wissen, läuft es absolut nach Maß. Zwar gab es ein paar kleinere Startschwierigkeiten, wie sie in einem fremden Land mit fremder Kultur normal sind – aber Heimweh hat die 15-Jährige nie verspürt. „Ok, manchmal ein wenig, aber nur in kurzen  Momenten“, lacht Lena. Parallelen hat sie auch erkennen können, „denn die Leute hier in den USA nehmen auch kein Blatt vor den Mund – ebenso, wie es die Menschen in Bottrop und im Ruhrgebiet machen, das ist sehr angenehm, immer gerade raus“, sagt sie, der besonders das gute Essen von Mama und Papa fehlt. Probleme mit der Sprache habe  es ebenfalls nicht gegeben, auch das Aufpassen auf die vier Enkelkinder der Gastfamilie sei ein Klacks.

Konkrete Pläne, wie Lena ihr Leben nach ihrer Rückkehr gestalten will, gebe es noch nicht. Klar, Schule beenden, Kontakt mit Gastfamilie und neuen Freunden aufrecht erhalten, „aber einfach auch erstmal in Deutschland wieder einleben und in Ruh weitersehen“, sagt die Bottroperin, die wir auch in den kommenden Monaten begleiten werden. Für Lena läuft es in den USA perfekt – und auch für Bianca und Marko ist das Leben derzeit zwar anders, „aber nicht davon geprägt, dass man trauernd auf der Couch zu Hause hängt. Wir unternehmen viel, machen Kurztrips. Wir wissen uns zu beschäftigen, aber natürlich freuen wir uns und können es kaum erwarten, Lena wieder in unsere Arme zu schließen“, so Bianca Dhan. Bis dahin bleibt neben den kurzen Gesprächen über Skype derzeit nur diese eine Uhr an der Wand im Wohnzimmer.

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