Der Vater der Gatromeile setzt sich zur Ruhe

Sieben Jahre lang stand Dirk Helmke als Vorsitzender an der Spitze der IG Gladbecker Straße / Trapez e.V. Jetzt, so sagt er, sei es an der Zeit gewesen, den Staffelstab an einen neuen, unverbrauchten jungen Mann zu geben, und das ist der Rechtsanwalt Irfan Durdu, der die Geschicke im Sinne der IG-Mitglieder weiterführen wird. Es sind sicherlich große Schuhe, die der eifrige Helmke seinem Nachfolger hinterlässt. Denn die Umgestaltung der Gladbecker von einem Schmuddelkind der Innenstadt hin zur angesagte Gastromeile, sie trägt Helmkes Handschrift und seinen Namen.

 

So kennt man ihn: kaum gibt es was anzupacken, ist er mindestens in der Nähe, meistens mittendrin. Ein bis zwei Hände in der Tasche, auf den Lippen ein markiger Spruch – aber alles im Blick. Auch jetzt, wenige Tage nachdem er sein Amt des ersten Vorsitzenden der IG Gladbecker Straße / Trapez e.V. zur Verfügung gestellt hat – oder besser gesagt: nicht zur Wiederwahl angetreten war – steht Dirk Helmke ähnlich dem Schutzpatron Gambrinus auf seiner Gastromeile und überwacht mit Argusaugen die Installation der weihnachtlichen Beleuchtung. „Tja, was soll man sagen: woanders in der Stadt wird zu Spenden aufgerufen, damit ein paar Lämpchen zwischen die Häuser geknallt werden. Wir haben das aus eigenen Mitteln schon vor Jahren realisiert, eigentlich müssten wir ja jetzt aus den gesammelten Spenden was zurückbekommen“, sagt Helmke lächelnd, aber mit bestimmten Unterton und seiner berühmten Spitzbübigkeit in den Augen. Vater des Erfolgs – die Beschreibung mag er so gar nicht, auch wenn es stimmt. „An der Umstrukturierung der Gladbecker hin zur Gastromeile haben so viele Menschen Hand in Hand gewirkt, jeder Einzelne hat seinen Beitrag zu dem geleistet, was wir hier und heute vorfinden“, sagt er. Eine Gastromeile ohne den bekannten Kopf? Man kann es sich kaum vorstellen, er sich selbst wohl am wenigsten. „Naja, ich bin ja nicht aus der Welt, und zum ersten Beisitzer der IG bin ich ja noch gewählt worden“, schmunzelt der ehemalige Unternehmer. Nicht nur optisch hat sich unter seiner Regie so vieles zum Positiven entwickelt hier, der neue Straßenbelag, die Restaurants, Lokale, Kneipen und Bars. Es waren vor allem die vielen Events wie Oldtimershow, Herbst- und Frühlingsfeste, der Kultur-Dienstag, der sich trotz guten Erfolges leider nicht wie erhofft etablierte. Live-Musik, egal ob groß auf der Bühne mit Queen Revival oder zuletzt auch der Abba-Revival Band, Straßenmusik im Kleinen – hier ist immer was los. Nicht zuletzt der Bau der festen installierten Bühne ist ein Meilenstein, der sich in der Zukunft auszahlen wird. Auch der Feierabendmarkt zählt zu Helmkes Errungenschaften, den er vor Jahren gemeinsam mit Jochen Klee ins Leben gerufen hat. „Damit haben wir ein tolles 14-tägiges Event geschaffen, das sich nach wie vor  ungebrochener Begeisterung erfreut – und konnten im Anschluss die After-Work-Veranstaltungen auf der Gastromeile stärken und etablieren“, so Dirk Helmke. Auch die Kulturkirche Heilig Kreuz, die Helmke seit jeher zum Endpunkt der Einkaufsstraße und der Gastromeile zählt, belebt mit den kulturellen Veranstaltungen die komplette Bottroper City. Klar, so viel Engagement, das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Wie ein Taschenspieler, der Dich mit Worten oben ablenkt und Dir unten die Kohle aus dem Mantel zieht, hat es Dirk Helmke immer wieder verstanden, Sponsoren zu akquirieren um kleinere und größere Löcher in der Budgetplanung zu stopfen. „Meistens haben sie mir etwas Geld für unsere Projekte gegeben, um mich loszuwerden und damit ich nicht weiter auf sie einrede“, lacht Helmke. Zwar konnte meistens immer finanziell das Meiste durch die Mitglieder der IG gedeckelt werden, „aber auch aufgrund der Fülle an Aktivitäten, die wir hier in den vergangene sieben Jahren installiert haben, braucht man hier und da einen Zuschuss“, so der ehemalige Vorsitzende. Jetzt, so sagt er, sei es an der Zeit etwas Verantwortung abzugeben – aber nicht loszulassen. „Natürlich bleibe ich hier an Bord, aber ich hab auch mein Alter und kann nicht mehr so wie früher. Ich wünsche meinem Nachfolger Irfan Durdu alles erdenklich Gute, er wird alles im Sinne der IG-Mitglieder weiterführen, da bin ich mir mit weihnachtlichen Worten „Gans“ sicher. Schöne Feiertage, man sieht sich auf der Gladbecker oder in der Kulturkirche.“

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