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Dienstag, Dezember 1, 2020

Messergebnisse im Umfeld der Kokerei deutlich verbessert

Die Auswertung der Grünkohlproben aus der Sommerbepflanzung im Umfeld der Kokerei im Bottrop Süden zeigen signifikant niedrige Belastungen durch polyzyklische Aromate. Die...
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Zahlreiche Einrichtungen, Angebote und Betriebe in Bottrop werden geschlossen

Nach einem Treffen am Montagmorgen haben sich die Verantwortlichen der Stadt Bottrop darauf geeinigt,  dem Erlass der NRW-Landesregierung zu folgen und untersagen mit einer Allgemeinverfügung alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowohl im geschlossenen Raum als auch unter freiem Himmel. Diese Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 19. April 2020. Das heißt im Klartext: In Bottrop muss man sich aufgrund der aktuellen Lage und der daraus resultierenden Verordnungen  mit weiteren Einschnitten ins öffentliche Leben anfreunden. Dadurch soll die Ausbreitung des Coronavirus im Stadtgebiet weiter verzögert werden. Doch es gibt Ausnahmen: Ausgeschlossen sind notwendige Veranstaltungen, die der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und versorge dienen. Dazu gehören zum Beispiel Wochenmärkte, die der Nahversorgung der Bevölkerung dienen.

Das Verbot gilt für folgende Einrichtungen und Angebote:
• Schankwirtschaften ohne die Abgabe zubereiteter Speisen, Veranstaltungshallen, Bars, Clubs, Diskotheken, Tanzveranstaltungen, Tanzschulen, Theater, Kinos, und Museen, unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft oder den Eigentumsverhältnissen
• Messen, Ausstellungen, Spezialmärkte
• Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften
• Beerdigungen dürfen nur im engsten Familienkreis durchgeführt werden
• Fitness-Studios, und Reha-Sporteinrichtungen, soweit die dort durchgeführten Behandlungen nicht ärztlich zwingend erforderlich sind. Schwimmbäder und sogenannte „Spaßbäder“, Saunen
• Angebote in Volkshochschulen, in Musikschulen oder in sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, Bibliotheken, Vorträge, Lesungen und Informationsveranstaltungen jeglicher Art
• Zusammenkünfte in Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen (auch Teestuben)
• Spielhallen, Wettbüros und Spielbanken
• gewerbliche Freizeitparks und ähnliche Einrichtungen
• Prostitutionsbetriebe.

Ausnahmeregelungen unter besonderen Auflagen gelten bei Betrieben, die Speisen anbieten und die Nahversorgung der Bevölkerung sicherstellen:
• Restaurants, Speisegaststätten, Imbissbetrieben, Cafés, Eisdielen, Hotelbetriebe für die Bewirtung und Übernachtung sind damit gemeint.

„Und das, so wie es derzeit den Anschein hat, unter besonderen und vesrchärften Regeln aufgrund des Coronoa-Virus“, sagt der Vorsitzende der IG Gladbecker Straße / Trapez e.V., Irfan Durdu. So dürfen Betriebe, die unter die Ausnahmeregelung fallen,  für den Publikumsverkehr nur öffnen, wenn die Sitzplätze für die Gäste so angeordnet werden, dass ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist. Stehplätze (auch in Imbissbetrieben) sind ebenfalls so zu gestalten, dass ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Gästen eingehalten wird, wie Durdu erläutert. „Das heißt, für die klassischen Ausschank-Betriebe, nicht nur hier auf der Gastromeile, sondern insgesamt in Bottrop, könnte es hart treffen“, wie der IG-Vorsitzende sagt. Zusätzlich dürfen die oben genannten Betriebe nur in den Zeiten von 6 bis 20 Uhr geöffnet bleiben. Dabei darf die Zahl der bewirteten Gäste nicht mehr als 20 Personen übersteigen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Betriebs und nur unter Wahrung der zuvor genannten Abstandsregelung. Verständnis für die weitreichenden Maßnahmen, die nun umgesetzt werden, habe er allerdings, wie Durdu betont.

„Der Schutz von Gesundheit, und ganz besonders der Schutz des Lebens geht immer vor. Wir werden es alle verkraften müssen, kleinere und größere Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Ich habe großes Vertrauen darin, dass die Verantwortlichen der Stadt Bottrop sehr gewissenhaft arbeiten“, so Irfan Durdu. Derzeit nicht betroffen von Einschränkungen ist das Art Café Florian von Inhaber Dennis Florie – denkt man, beließe man es auf dem ersten Blick. „Aber hier steckt viel mehr dahinter. Klar, die vorgegebenen Öffnungszeiten tangieren uns nicht, wir haben täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und halten somit die Vorgaben deutlich ein“, so Dennis Florie, der den Finger in die Wunde legt: „Eine klare Anweisung seitens der Politik wäre schön. Von mir aus sagt: Macht alle Gastronomien 14 Tage dicht, danach geht´s weiter – nur so als Beispiel. Das würde ich unterschreiben. Was hier aber gerade passiert, das ist ein Sterben auf Raten. Und es ist schizophren: auf der einen Seite wird gesagt, die Gastronomie-Betriebe die der Grundversorgung dienen bleiben geöffnet, auf der anderen Seite sagt man den ohnehin verunsicherten Bürgerinnen und Bürgern, bleibt bloß zu Hause. Das kann doch nicht funktionieren, und deswegen rede ich hier von einem Sterben auf Raten“, so Dennis Florie.

„Ich mache mir auch große Sorgen um den Einzelhandel. An wen willst Du verkaufen, wenn keiner kommt. Und es hängt ein Rattenschwanz dran: fallen bei uns in der Gastronomie Arbeitsplätze weg, dann fallen sie auch bei Zulieferern etc. weg“, sagt Florie. Hart trifft es auch Sandra und Markus Höhnisch. Die Geschwister wollten mit ihrem Kraftwerk, einem neuen Fitnessstudio im alten Straßenbahndepot neben der Factory, so richtig durchstarten. Anfang April sollte groß Eröffnung gefeiert werden, Plakate, Flyer Werbung, alles schon unter die Leute gebracht. „Doch leider mussten wir die Eröffnung inklusive Feierlichkeiten verschieben – und zwar auf unbestimmte Zeit, da wir derzeit noch nicht wissen, wann wir mit dem Fitness-Betrieb starten können“, sagt Markus Höhnisch. Dabei seien die Maßnahmen verständlich und nachvollziehbar, immerhin gehe es um die Allgemeinheit und die Sicherheit. „Dennoch darf man als Unternehmer auch sagen, dass das für uns sehr ärgerlich ist. Wir haben viel, Geld investiert und können auf unbestimmte Zeit nicht verdienen. Das macht ein ungutes Gefühl“, so Markus Höhnisch.

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