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Freitag, Oktober 30, 2020
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„Übermorgen verkaufe ich das Schnitzel nicht doppelt“

Seit fast auf den Tag genau sieben Wochen sind hier an der Oberhausener Straße die Lichter aus, die Räume verwaist und die Küche im wahrsten Sinne des Wortes kalt. Sieben Wochen ohne Gäste, ohne Einnahmen, dafür mit fortlaufenden Kosten. „Es ist bedrohlich, es geht nicht nur an die Existenz, sondern auch an die Substanz“, sagt Christoph Lenko, der gemeinsam mit Ehefrau Claudia Inhaber des Forsthauses Specht ist. „Wir haben alles heruntergefahren, um wenigstens die Stromkosten im Rahmen zu halten“, sagt Claudia Lenko. Auch das Kühlhaus, aus dem die Lebensmittel an die Mitarbeiter verschenkt wurden, fristet derzeit ein trost- sowie beschäftigungsloses Dasein. Außer-Haus-Verkauf sei ein probates Mittel, um wenigstens etwas Geld in die immer leerer werdenden Kassen der Gastronomen klimpern zu lassen. „Das“, so sagen die Lenkos, „mag auf einige Kolleginnen und Kollegen zutreffen – bei uns gibt es jedoch nicht die klassische Laufkundschaft, wir liegen am Wald, hier kommt man vorbei, wenn man es plant, nicht durch Zufall.“ Ohnehin, so haben die Bottroper Unternehmer mitgezählt, seien in den vergangenen Wochen lediglich vier Anfragen für ein Außer-Haus-Essen angefallen. „Und die wohl eher aus der Not heraus, so Sonntag-Abend um halb zehn“, lacht Christoph Lenko. Es mischt sich spürbare Bitterkeit in das Lachen des Gastronoms, der gemeinsam mit Ehefrau Claudia versucht, an allen Hebeln zu ziehen, um das ehrenwerte Forsthaus zu retten – mehr noch, um den Angestellten auch weiterhin Perspektive und einen Arbeitsplatz bieten zu können. Doch nach der Modernisierung vor kurzer Zeit inklusive neuer Küche und vielem mehr, da müssen Kredite bedient werden. Kredite, die weiterlaufen. „Wir haben mit den jeweiligen Instituten gesprochen, ein bisschen was konnten wir regeln. Allerdings waren dafür harte Gespräche erforderlich. Und irgendwann trifft es einen ja sowieso wieder mit voller Wucht“, sagt Claudia Lenko. Schlaflose Nächte, immer wieder dieses Bangen wie es weitergeht. Auch die Zusage der KfW lässt noch immer auf sich warten.

„Es ist längst nicht alles Gold was glänzt, es ist zermürbend und nervenaufreibend“, wie sich Beide einig sind. Dabei sei es nicht nur das Tagesgeschäft, welches so schmerzlich vermisst werde. „Gesellschaften, Hochzeiten, der 90. Geburtstag, Jubiläen, all das sind wichtige Dinge, über die wir derzeit kein Geld verdienen können“, so Claudia Lenko. Zwar seien die Termine auf das kommende Jahr verschoben, aber an den Wochenenden ist das Forsthaus ohnehin beinahe komplett für Gesellschaften verbucht – das Geld, es fehlt jetzt. „Das Schnitzel, was ich heute nicht verkaufe, das verkaufe ich übermorgen ja nicht doppelt“, rechnet Christoph Lenko für jeden nachvollziehbar vor. Und auch, wenn die ersehnten Lockerungen auch bald für die Gastronomen gelten sollen – derzeit stehen noch viele Fragezeichen hinter den  drohenden Auflagen. „Die Gäste untereinander auf Abstand zu halten, das ist vor allem bei der Größe des Forthauses kein Problem“, sagt Claudia Lenko. „Aber wie soll ein Zwei-Meter-Abstand in der Küche eingehalten werden, wo Hand in Hand gearbeitet wird? Und wie soll der Kellner zwei Meter Abstand vom Tisch der Gäste halten? Das wird im Grunde nicht einzuhalten sein, und von daher befürchten wir, dass dieser Spuk für Gastronomen noch lange anhalten wird“, so Claudia Lenko. Bis dahin könne man nichts anderes tun, als hoffen und durchhalten – für sich, für die Angestellten und für das Fortshaus Specht, das heute ein klein wenig trauriger als sonst am Eingang des Waldes steht.

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