Heißer Tanz, große Stimmung und verdienter Sieg

Genau so lässt sich der erste Kampftag der Bundesligasaison 2018 für die Piraten des JC 66 Bottrop gegen Asahi Spremberg zusammenfassen. „Das war ein ganz heißer Tanz. Spannung bis zum Schluss bei ganz großer Stimmung.“, resümierte Teammanager Volker Tapper nach dem 8:6 Sieg seiner Mannschaft im fernen Brandenburgischen Spremberg. Das Team von Trainer Sven Helbing war gut auf den Kampftag eingestellt und wusste um die Besonderheiten beim Ligakonkurrenten aus dem Osten. „Die geben sowohl auf der Matte, als auch auf der Tribüne richtig Gas. Davon wollten wir uns nicht beeindrucken lassen und hatten geplant, die Stimmung auszunutzen und in positive Energie umzuwandeln.“, erläuterte Helbing den Plan. Dieser ging auf, denn zu keinem Zeitpunkt ließen die Piraten locker und so konnten sich die Spremberger: „…nicht in einen Flow kämpfen. Denn dann wird es dort gefährlich.“, so Helbing weiter. An der Spremberger Stimmung sind schon einige Mannschaften gescheitert. Das Bottroper Team jedoch blieb vor allem auch mental stark und zeigte eine spannende Teamleistung, die in diesem Jahr auf mehr hoffen lässt. „Spremberg war ein Team auf Augenhöhe. In den letzten Jahren mussten wir uns immer wieder in knappen Begegnungen geschlagen geben. Heute haben wir uns endlich einmal wieder für den Aufwand belohnt und sind stark geblieben.“, freute sich auch der mitgereiste Ehrenpräsident Roland Assmann, der sich um die organisatorischen Angelegenheiten der Männer kümmert.

Nachdem der Start gelungen war und die Bottroper bereits mit 2:0 in Führung lagen, konnte Spremberg nicht nur ausgleichen, sondern ging sogar nach fünf Kämpfen mit 3:2 in Front. Auch wenn es da bereits hätte anders aussehen können, ließen sich die Piraten nicht abhängen und holten sich zur Pause ein 4:3 zurück. Nun mussten die Verantwortlichen Entscheidungen treffen. Wer wird eingewechselt, wen nehmen wir raus. Im Judo muss zur Halbzeit mindestens in drei Gewichtsklassen gewechselt werden und da ist Taktieren angesagt. „Wir mussten möglichst so aufstellen, dass wir uns noch vier Punkte holen. Da man nie weiß, wie der Gegner umstellt, ist das immer eine knifflige Geschichte. Da müssen Gespräche geführt und Kämpfer, Leistungs- und Gesundheitszustände eingeschätzt werden, Kampfstile verglichen und Taktiken geändert werden.“, schildert Helbing die Arbeit in der nur 15-minütigen Pause. Der Bottroper Plan war, mit Hamsat Isaev -73kg und Kalala Ngoy -66kg die beiden souveränsten Punkte des ersten Durchgangs im Team zu belassen. Dazu sollten der italienische Neuzugänge Vincenzo D´Arco im Schwergewicht und Angelo Pantano im Leichtgewicht punkten. „Die anderen drei Gewichtsklassen wurden so aufgestellt, dass wir auch dort noch Chancen auf Punkte haben, egal, wen die Spremberger einsetzten.“, so Manager Tapper. Und weiter: „Es war auch eine Stärke des Teams am heutigen Tag, dass, wenn der Plan mal schiefgeht, andere einspringen und die Kohlen wieder aus dem Feuer holen.“ Denn die sicher geglaubten Punkte -73kg und -66kg gab es nicht, die beiden Italiener dagegen konnten punkten. Nun mussten die anderen Kämpfer einspringen und das Team zurück auf die Siegerstrasse bringen. Mit Punkten von Hanns-David Claren -100kg und Egzon Leckai -90kg im letzten Kampf des Tages gelang dies ausgezeichnet. An Spannung war das Duell am Samstag kaum zu übertreffen und dementsprechend glücklich traten die Bottroper die 700km-Heimreise an. „Ich bin über den Sieg sehr glücklich. Endlich sind wir wieder als komplettes Team aufgetreten. Dass die Kämpfer, die diesmal nicht eingesetzt werden konnten auch ein wenig sauer waren zeigt mir, dass der unbedingte Wille da ist und das ist absolut richtig so. Die Saison ist lang und wir werden jeden Kämpfer brauchen.“, so Trainer Helbing, der zwar mit seinem Team, nicht jedoch mit den Kampfrichtern zufrieden war: „Auch wenn sie das Ergebnis letztendlich nicht beeinflusst haben, war die Leistung des Kampfgerichts eher strittig. Wenn das selbst vom Gegner aus Spremberg kommt, sagt es einiges aus. Die Kampfrichter haben völlig unnötig viel zu viel Hektik in die Begegnungen gebracht. Es wurden in 14 Kämpfen knapp 40 Bestrafungen verteilt, was dem Judo natürlich nicht gut tut. Das Niveau der Kämpfe und der Kämpfer war durchaus hochklassig und die Judoka hätten da ein paar mehr Möglichkeiten verdient, ihr Potential zu zeigen. Stattdessen kam zu viel Hektik auf, denn die Kämpfer wurden zusehends gezwungen, Dinge zu tun, nur um aktiv zu sein und keine Strafen zu erhalten. Da bleibt viel Judo auf der Strecke. Da sollte man sich lieber auf grundlegende Regelentscheidungen konzentrieren und klare Wertungen, bei denen es keine Auslegungsvarianten geben kann auch geben.“, musste Helbing abschließend einen einzigen Kritikpunkt dieses letztendlich erfolgreichen und motivierenden Abends ansprechen. Ob die Kampfrichter am 05.05., wenn es in der heimischen Dieter Renz Halle gegen den Deutschen Meister und Topfavoriten aus Hamburg geht, dann etwas gnädiger sind und mehr Judo zulassen bleibt abzuwarten. Doch in jedem Fall wird dann Weltklasse-Judo geboten werden, denn das Hamburger Judoteam ist nur so gespickt mit deutschen und internationalen Spitzenkämpfern, Medaillengewinnern bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und Kämpfern die aktuell die vorderen Plätze der Weltranglisten bestimmen. „Wir freuen uns auf die Herausforderung, nehmen sie gern an und werden versuchen, mit unseren Fans im Rücken die Hamburger zu ärgern.“, schaut Manager Tapper bereits auf den nächsten Kampftag am 05. Mai in Bottrop, bei dem neben den Männern auch die Frauen des JC 66 gegen Düsseldorf antreten und ihre Saison eröffnen werden.

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