„Lebensräume“ – Bottroper Stadtgeschichte in einem Band

100 Jahre Stadtgeschichte auf 342 Seiten: Gemeinsam mit den Mitgliedern der Bottroper Geschichtswerkstatt hat das Stadtarchiv das Buch „Lebensräume“ zum Bottroper Jubiläumsjahr herausgebracht. In einzelnen Kapiteln greift der Geschichtsband historische Entwicklungen aus dem Zeitraum von 1919 bis 2019 auf und beleuchtet Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Die recherchierten Beiträge aus den Bereichen Gesellschaft und Migration, Bergbau, das Image der Stadt oder Kirche, Kultur und Natur ergeben zusammen ein umfangreiches Bild der Entwicklungsgeschichte.

„Mit dem Buch „Lebensräume“ haben wir etwas geschaffen, dass auch über das Stadtjubiläum hinaus aktuell bleibt“, sagte Heike Biskup vom Stadtarchiv. „Es ist durch viel Herzblut der elf Autoren der Geschichtswerkstatt und der Grafikerin Sabine Berens entstanden.“ Hinzu kommen Beiträge aus den Kulturellen Einrichtungen der Stadt wie der Volkshochschule und der Musikschule sowie aus dem Referat für Migration. „Das Buch liest sich gut, auch wenn es kein Roman ist. Die Geschichten aus Bottrop sind echt und tiefgehend recherchiert“, betonte Kulturamtsleiter Andreas Kind. In über zwei Jahren forschten und schrieben die Autoren über Themen wie Bottrop zur Kaiserzeit, die Veränderungen der religiösen Landschaften oder die Wälder. Autor und ehemaliger Baudirektor Norbert Wallmann setzte sich mit den städtebaulichen Entwicklungsphasen auseinander. Leider verstarb er kurz vor Herausgabe des Buches. „Wir haben ihn als langjähriges, engagiertes Mitglied unserer Geschichtswerkstatt sehr geschätzt“, sagte Heike Biskup.

Wenn über die Geschichte Bottrops geschrieben wird, darf natürlich nicht der Werdegang des Bergbaus und der damit zusammenhängende Lebensalltag der zahlreichen Bergbau-Familien und Gastarbeiter fehlen. Rudolf Isfort schildert in seinem Kapitel den gesellschaftlichen Wandel am Beispiel der Aegidistraße. Von der Entstehung der Zechensiedlung an spiegeln sich hier die Auswirkungen des Bergbaus, zwei Weltkriege sowie des anschließenden Wirtschaftsaufschwungs, der Schließung der Zechen und der Neuorientierung der Stadt wieder. Immer in Bezug auf die Bewohner der Aegidistraße. Wilfried Krix beleuchtet den Wandel aus der Sicht des sich veränderten Images der Stadt: Von Klein-Warschau bis Innovation City.

Zuwanderung und Migration haben Bottrop nicht nur in Folge des Bergbaus geprägt. Autor und Referatsleiter Thomas Schwarzer möchte mit seinem Kapitel die Vielfalt der Stadtgesellschaft herausstellen und sie vor allem als festen Bestandteil der Entstehungsgeschichte Bottrops aufzeigen. Antje Herbst hat in „Lebensräume“ das Vereinsleben in der Stadt unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es zeitweise 800 bis 900 Vereine in der Stadt gab. VHS-Direktor Uwe Dorow schrieb über die Entstehungsgeschichte der Volkshochschule, die in diesem Jahr ebenfalls ihren 100. Geburtstag feiert. Hinzu kommt ein Beitrag über „100 Jahre Kulturschaffen in Bottrop“, bei dem Akteure aus der städtischen Kultur-Szene den Werdegang in einem Gespräch aufarbeiten.

Am Ende des Geschichtsbands finden sich darüber hinaus Stadtkarten aus den Jahren 1921,1958 und 1978 und 2018, deren Aufarbeitung Bernhard Adolphi zum Buch beisteuerte.

Das Buch „Lebensräume – 100 Jahre Stadt Bottrop. 1919 – 2019“ umfasst 342 Seiten, kostet 19,95 Euro und ist im örtlichen Buchhandel erhältlich. Unterstützt wurde das Projekt durch die Egon Bremer Stiftung.

 

Bild- und Textquelle: Stadt Bottrop

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