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Dienstag, Dezember 6, 2022
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Stadtverwaltung beschäftigt sich mit ‚fairer Beschaffung‘

Verein ‚Faire Metropole Ruhr‘ hielt Impulsvortrag für Fachämter im Rathaus

Seit dem 26. November 2021 trägt Bottrop den „Fairtrade-Town Bottrop“. Um das Projekt fortzuschreiben, hat sich am Montag, 2. Mai, eine Arbeitsgruppe im Rathaus getroffen, die sich vor allem mit dem Thema der öffentlichen Beschaffung beschäftigen will.

Eingeführt in das Thema hatte Angela Schmitz, Referentin beim ‚Faire Metropole Ruhr e.V.‘, die auch im Zuge eines Arbeitsfrühstücks fair gehandelten Kaffee und andere Lebensmittel präsentierte. Die Vielfalt von fair gehandelten Produkten wird immer größer und bezieht sich längst nicht mehr auf Lebensmittel. Auch Büromaterialien, Informations- und Kommunikationstechnik, Sportartikel oder Bau- und Pflastersteine gehören dazu.

Zentraler Bestandteil einer Fairen öffentlichen Beschaffung ist die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang der globalen Produktionskette. Maßgeblich sind die Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

„Dass Bottrop zur Fairtrade Town ausgezeichnet ist nicht nur eine Anerkennung der Leistung vieler Bottroperinnen und Bottroper, sondern auch ein großer Ansporn, weiterzumachen und den fairen Handel noch mehr in unserer Mitte zu integrieren“, sagte Sabine Wißmann, Leiterin der Wirtschaftsförderung. „Der Stadtverwaltung kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu: Gerne gehen wir mit gutem Beispiel voran und stellen unsere Gewohnheiten auf den Prüfstand.“

Mitglieder der Steuerungsgruppe und Vertreter:innen der Stadtverwaltung trafen sich zum Austausch über die Möglichkeiten der fairen kommunalen Beschaffung

Besondere Marktmacht der öffentlichen Hand.

Dass sich dies lohnt und welche Macht den Kommunen zukommt, machte Angela Schmitz sehr deutlich: Bis zu 450 Milliarden Euro würde die öffentliche Hand pro Jahr in Deutschland ausgeben. Eine beeindruckende Summe, die verdeutlicht, dass mit vielen kleinen Schritten Großes bewegt werden kann. Deswegen empfiehlt die Expertin, mit Maßnahmen zu beginnen, die einfach umzusetzen sind: „Es gilt zu überlegen, welches Produkt eingekauft werden kann, für das glaubwürdige Nachweise existieren. Danach lässt sich dies auf weitere Bereiche ausdehnen.“

Siegel verschaffen Überblick und Rechtssicherheit

Wie lässt sich ein gutes Produkt überhaupt erkennen, in Zeiten vielfältiger globaler Lieferketten? Angela Schmitz verweist auf zahlreiche Siegel, die unterschiedliche Qualitäten garantieren – und die den Kommunen somit bei Ausschreibungen von Aufträgen rechtliche Sicherheit verschaffen.

Dass in Bottrops Verwaltung bereits erste Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, betonte der Leiter des Fachbereichs „Oberbürgermeister, Rat und Bezirke“, Björn-Bruno Abraham: „Wir haben uns als Verwaltung mit einem verbindlichen Nachhaltigkeitscheck bereits selbst Standards auferlegt und prüfen immer drei Aspekte: ökologische, soziale und ökonomische.“ Beispielhaft ging er auf die Getränke ein – so gibt es im Rathaus ausschließlich regionales Mineralwasser sowie fair gehandelten Kaffee oder Tee.

„Bei unseren nächsten Schritten können wir auf eine umfassende Vorarbeit und viel Unterstützung seitens der Fairen Metropole Ruhr zurückgreifen“, sagt Sabine Wißmann. „Dies erleichtert uns die weitere sukzessive Implementierung einer fairen Beschaffung in Bottrop.“

Text: Stadt Bottrop

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