
Der Fußballverband Niederrhein (FVN) hat seine Durchführungsbestimmungen für die laufende Saison veröffentlicht – und eine zentrale Neuerung sorgt besonders beim VfB Bottrop für erhöhte Aufmerksamkeit. Künftig wird es bei Punktgleichheit an der Tabellenspitze kein Entscheidungsspiel mehr geben. Stattdessen zählt nun der direkte Vergleich. Eine Regeländerung, die für mehr Planungssicherheit sorgen soll, für den Traditionsklub aus Bottrop jedoch zum entscheidenden Nachteil werden könnte.
Bislang bedeutete Punktgleichheit nach dem letzten Spieltag Nervenkitzel pur: Ein Entscheidungsspiel musste über Auf- oder Abstieg entscheiden. Diese zusätzliche Partie sorgte nicht nur für Spannung, sondern zog die Saison auch unnötig in die Länge. Der Verband reagiert damit auf organisatorische Herausforderungen und den engen Rahmenterminkalender. Künftig steht mit Abpfiff des 34. Spieltags fest, wer aufsteigt. Für die Vereine bedeutet das Klarheit und frühzeitige Planung – sei es in der Kaderzusammenstellung oder in finanziellen Fragen.
Doch ausgerechnet für den VfB Bottrop könnte diese Neuregelung schwerwiegende Folgen haben.
Nachteil für den VfB Bottrop?
Ein Blick auf den jüngsten Spieltag verdeutlicht die Brisanz. Im direkten Duell mit dem ärgsten Konkurrenten, dem ESC Rellinghausen, mussten die Schwarz-Weißen ihre erste Heimniederlage der Saison hinnehmen. In einer intensiven Partie unterlag man im Jahnstadion mit 1:2, nachdem das Hinspiel bereits 2:2 geendet hatte. Damit spricht der direkte Vergleich klar für die Essener.
Sollten beide Teams am Ende der 34 Spieltage punktgleich an der Spitze der Landesliga stehen, würde der ESC Rellinghausen aufgrund des besseren direkten Vergleichs am VfB vorbeiziehen. Ein Szenario, das im Bottroper Lager unbedingt präsent sein muss. Denn was früher möglicherweise in einem Entscheidungsspiel hätte korrigiert werden können, ist nun endgültig entschieden. Der direkte Vergleich lässt keinen Raum mehr für ein weiteres Duell.
Aktuell rangiert der VfB als Tabellenerster in der Landesliga. Die Ausgangssituation bleibt vielversprechend. Gegen die anderen Konkurrenten, den SV Scherpenberg und den SV Budberg, haben die Bottroper noch alles in der eigenen Hand. Ein 3:3 gegen Scherpenberg sowie ein torreiches 5:3 gegen Budberg zeigen jedoch, dass die Mannschaft offensiv über enorme Qualität verfügt.
Nun gilt es, die maximale Punktzahl aus den verbleibenden Spielen mitzunehmen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher des ESC Rellinghausen zu hoffen. Klar ist: Jeder Punktverlust kann entscheidend sein. Die neue Regelung des FVN erhöht den Druck in der Schlussphase zusätzlich. Während die einen die gewonnene Planungssicherheit begrüßen, könnte sie für den VfB Bottrop zum Stolperstein im Aufstiegsrennen werden.