Menschen stärken – Perspektiven schaffen: AWO Mutmacher*innen erzählen ihre Geschichte

Nicht jeder Weg verläuft geradlinig und führt sofort zum Ziel. Seinen Platz in der Berufswelt zu finden, fällt nicht immer einfach. Dennoch gelingt es unzähligen Menschen tagtäglich mit Unterstützung, Begleitung und neuen Chancen schwierige Lebenssituationen zu überwinden und neue berufliche und persönliche Perspektiven zu entwickeln. Von entscheidender Bedeutung dabei sind soziale Angebote und arbeitsmarktpolitische Förderungen – im Rahmen der AWO Kampagne „Menschen stärken – Perspektiven schaffen“ werden diese Erfolgsgeschichten sichtbar.

 

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop bzw. vom Geschäftsführer Admir Bulic, der die jahrzehntelange Expertise und Erfahrungen seines Verbandes sowie seine eigenen Erfahrungen aus vielen Jahren der Arbeit mit und für Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen einbringt. Zu den Initiatoren gehören auch zahlreiche ehemalige Teilnehmende von Projekten und arbeitsfördernden Angeboten. „Mit dieser Kampagne möchten wir die Menschen sichtbar machen, deren Erfolge im Alltag oft viel zu wenig wahrgenommen werden“, erklärt Admir Bulic. „Hinter jeder gelungenen beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe steht eine persönliche Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Besonders wichtig ist uns, dass daraus Hoffnung entsteht und andere Menschen den Mut finden, Unterstützung anzunehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Die vielen Beispiele zeigen deutlich: Arbeitsmarktpolitische Förderungen und sozialarbeiterische Angebote können nachhaltig wirken und ihre Erfolge sind nachweisbar.“

Zahlreiche Menschen haben bei der AWO eine individuelle Begleitung und verlässliche Partner*innen gefunden, die ihnen halfen, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und wieder beruflich und gesellschaftlich Fuß zu fassen. Sie möchten als Mutmacher*innen für andere ihre Geschichten erzählen und die AWO bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Kampagne aktiv unterstützen. Ihnen ist wichtig, die Wirksamkeit sozialarbeiterischer Angebote und arbeitsmarktpolitischer Förderungen sichtbar zu machen und möglichst viele Menschen zu erreichen – seien es Menschen in besonderen Lebenslagen, zuständige Ämter, soziale Träger*innen sowie Arbeitgeber*innen. Mit ihren Geschichten möchten sie etwas zurückgeben, nämlich die Hoffnung, die Unterstützung und Zuversicht, die sie selbst erfahren haben. „Schwierige Lebenslagen können jede und jeden treffen. Umso wichtiger ist, nicht vorschnell zu urteilen, sondern Menschen Chancen zu eröffnen“, betont Admir Bulic. „Die erfolgreichen Beispiele aus Bottrop und Gelsenkirchen zeigen eindrucksvoll, was alles geschaffen werden kann, wenn Teilnehmende von Unterstützungsangeboten, Jobcenter, Arbeitgeber*innen sowie weitere Netzwerke zusammenarbeiten.“

 

Aus Unterstützung wird Verantwortung

 

„Ich bin sehr froh über die Chancen, die mir damals gegeben wurden. Dass ich heute eine Offene Ganztagsschule leiten darf, hätte ich mir vor einigen Jahren nicht vorstellen können. Umso wichtiger ist es mir, heute selbst Menschen zu begleiten und zu unterstützen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Ich möchte etwas von dem zurückgeben, was ich selbst erfahren durfte. Wenn meine Geschichte anderen Menschen Mut macht, nicht aufzugeben und an sich zu glauben, dann ist das für mich etwas ganz Besonderes“, betont Marvin Päch, Leiter einer OGS der AWO.

 

Die Geschichte von Marvin Päch zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltig sich Investitionen in Menschen auszahlen können. Über eine Förderung nach § 16i erhielt er bei der AWO die Chance, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Heute leitet er eine Offene Ganztagsschule in Gelsenkirchen und gibt das weiter, was er selbst erfahren hat: Vertrauen, Unterstützung und die Ermutigung, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Seine Geschichte zeigt beispielhaft, wie aus Menschen, die selbst Unterstützung erhalten haben, Menschen werden, die Verantwortung übernehmen und andere auf ihrem Weg begleiten und sie ermutigen, nicht aufzugeben.

Schritt für Schritt zurück ins Arbeitsleben

„Die verschiedenen Förderangebote haben mir die Möglichkeit gegeben, Schritt für Schritt wieder ins Arbeitsleben zurückzufinden. Bei der AWO habe ich nicht nur eine Perspektive bekommen, sondern auch die Chance, mich weiter zu entwickeln. Über meine Erfahrungen spreche ich gerne, weil ich anderen Menschen Mut machen möchte“, betont Daniel Strobel.

Sein Weg führte über verschiedene Maßnahmen des Jobcenters zur AWO ins Bürgerhaus Batenbrock. Dort fühlte er sich das erste Mal in seinem Berufsleben angekommen, wertgeschätzt und gefördert. Sein Aufgabenbereich wuchs immer weiter, sein Engagement überzeugte sowohl AWO Mitarbeitende als auch Besucher*innen des Bürgerhaus Batenbrock. Heute ist er im haustechnischen Dienst der AWO fest angestellt.

Mit neuer Struktur zurück in den Beruf

„Die Zeit bei der AWO hat mir geholfen, wieder Struktur in meinen Alltag zu bringen und neues Selbstvertrauen zu gewinnen. Heute habe ich eine feste Stelle bei der Autobahn NRW und möchte anderen Menschen zeigen, dass ein Neuanfang möglich ist“, sagt Michael Kullik.

Bei Michael Kullik hat sich gezeigt, wie wertvoll eine individuelle Begleitung sein kann. Über eine Arbeitsgelegenheit des Jobcenters fand er zur AWO, gewann wieder Struktur im Alltag und knüpfte über den AWO-Nachbarschaftschor neue soziale Kontakte. So gestärkt, fiel es ihm auch leicht, Bewerbungen zu schreiben und sein Arbeitsleben wieder in feste Bahnen zu lenken.

Ein Neuanfang für die ganze Familie

Dass Unterstützung auch bei einem Neustart in einem neuen Land eine entscheidende Rolle spielen kann, zeigt die Geschichte der Eheleute Ana Maria und Marius Simionescu.

„Als ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich direkt eine Vollzeitstelle. Nach vier Jahren wurde mir jedoch kurzfristig gekündigt und ich musste mich an die Agentur für Arbeit wenden, die mir eine Weiterbildung zum Schweißer ermöglicht hat. Die AWO Beratungsstelle hat mir Mut gemacht und mich darin bestärkt, die Weiterbildung zum Schweißer zu absolvieren. Im Anschluss habe ich sofort eine Arbeitsstelle gefunden, die inzwischen entfristet wurde. Ich möchte anderen Menschen Mut machen und deutlich machen, dass es man es schaffen kann, wenn man an sich glaubt und engagiert ist“, erklärt Marius Simionescu. Seine Frau Ana Maria Simionescu betont: „Ich habe einen Integrationskurs bei der AWO besucht und konnte relativ schnell eine unbefristete Stelle als Reinigungskraft bei Stölting aufnehmen. Wir Menschen sind nicht alle gleich und jeder hat seine eigene Geschichte. Deshalb sollte niemand vorschnell beurteilt werden. Wir sind nach Deutschland gekommen, um unseren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, und sind diesem Land sehr dankbar. Mit unserer Geschichte möchten wir anderen Menschen zeigen, dass es sich lohnt an die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, und es wichtig ist motiviert zu sein.“

Erfolge sind Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit

„Diese Erfolge entstehen nicht zufällig, sondern sind das Ergebnis einer professionellen und vertrauensvollen Zusammenarbeit vieler Beteiligter“, betont auch Barbara Conradi vom Arbeitgeberservice Jobcenter Bottrop. „Die Zusammenarbeit mit der AWO zeigt immer wieder, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen individuell begleitet und unterstützt werden. Jeder Mensch bringt Potenziale mit, die es zu entdecken und zu fördern gilt. Gemeinsam können wir Menschen ermutigen, neue Wege zu gehen und an ihre Fähigkeiten zu glauben.“

Die Geschichten aller Beteiligten machen deutlich, dass berufliche und gesellschaftliche Teilhabe eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Deshalb richtet die AWO ihren Blick bewusst an alle Beteiligten. Niemand sollte vorschnell aufgegeben werden. „Nicht immer spiegeln Lebensläufe die Fähigkeiten, Talente und Entwicklungsmöglichkeiten eines Menschen vollständig wider. Deshalb appellieren wir an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, sich auch als Chancengeber*innen zu verstehen“, sagt Admir Bulic. Denn, wenn Menschen, soziale Träger, Jobcenter und Arbeitgeber gemeinsam Verantwortung übernehmen, entstehen neue Perspektiven – und aus ehemaligen Teilnehmenden werden Mutmacherinnen und Mutmacher für andere Menschen.

Weitere Informationen und Mitmach-Möglichkeiten der AWO Kampagne gibt es unter menschen@awo-gelsenkirchen.de

 

Hintergrund:

Die AWO bietet Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen Beratungs-, Unterstützungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote an. Im Auftrag von Kommunen, dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Bund und der Europäischen Union begleitet sie Menschen auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit, gesellschaftlicher Teilhabe und beruflichen Perspektiven. Dabei stehen nicht einzelne Maßnahmen im Mittelpunkt, sondern die Menschen mit ihren individuellen Lebensgeschichten, Stärken und Potenzialen.

 Foto: Funke Foto Services – Thomas Gödde

 

 

 

AWO Kreisverband Bottrop

Die Arbeiterwohlfahrt ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege und gehört neben der Caritas, der Diakonie, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Wohlfahrtsverband der Jüdischen Kultusgemeinden zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.

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