
Die Ruhrpott Masters in Bottrop boten am vergangenen Wochenende nicht nur tollen Badmintonsport, sondern auch zwei außergewöhnliche Comeback-Geschichten, die für besondere Emotionen sorgten.
Für die ausrichtende Bottroper BG kehrte am Sonntag mit Nina Lengemann eine Spielerin aufs Feld zurück, die zuvor 13 Jahre lang nicht mehr am Ball war. Gemeinsam mit ihrem Mixed-Partner Ralf Schmidt startete sie sogar im Mixed-A-Feld. Auch ihr Partner stammt aus der Jugend der Bottroper BG und spielte zuletzt im Jahr 2013 für den Verein. Gemeinsam feierten sie ihr Comeback in der Bottroper Halle. In einem teilnehmerstarken Feld starteten sie mit einem Sieg gegen die späteren Drittplatzierten ins Turnier, schieden anschließend jedoch in der Gruppenphase aus.

Emotionale Rückkehr von Hans-Georg Fischedick
Für die noch größere Überraschung sorgte das zweite Comeback des Wochenendes: Bereits am Samstag kehrte Hans-Georg Fischedick nach Jahrzehnten nach Bottrop zurück. Gemeinsam mit seinem Bruder Michael Fischedick trat er im Herrendoppel des B-Feldes an. Ihr letztes gemeinsames Turnier hatten die beiden 1986 bei den Deutschen Meisterschaften in Hof bestritten. Dort gewann Hans-Georg Fischedick die Bronzemedaille im Herreneinzel.
Die Brüder gehörten einst zu den sportlichen Aushängeschildern der Stadt Bottrop und spielten mit der BG einige Jahre in der Bundesliga. Nach seinem Umzug spielte Hans-Georg Fischedick nicht mehr für die Bottroper BG – umso besonderer war nun seine Rückkehr nach mehr als drei Jahrzehnten.
Sportlich überzeugten die Brüder auf ganzer Linie. Sie überstanden die Gruppenphase, bezwangen im Halbfinale die an Position eins gesetzte Paarung und lieferten sich im Endspiel einen packenden Dreisatz-Krimi. Am Ende mussten sie sich denkbar knapp mit 10:15, 15:17 und 15:17 geschlagen geben und sicherten sich einen herausragenden zweiten Platz.
Finalspiel im Trikot des verstorbenen Vaters
Besonders bewegend war auch der emotionale Rahmen ihres Comebacks. Hans-Georg spielte während des Turniers in originalen Bundesliga-Trikots der Bottroper BG – noch aus Baumwolle gefertigt und rund 40 Jahre alt. Das Finale bestritt Hans-Georg Fischedick schließlich im Trikot von Hans Fischedick, dem Gründer der Bottroper BG und Vater der beiden Brüder. Hans Fischedick verstarb Anfang 2025 im Alter von 90 Jahren. Damit wurde das Finale zu einem emotionalen Höhepunkt des Turniers und zu einer besonderen Hommage an einen Mann, der den Badmintonsport in Bottrop über Jahrzehnte geprägt hat.
Die Ruhrpott Masters zeigten damit eindrucksvoll, dass Sport weit mehr sein kann als Ergebnisse und Platzierungen – nämlich eine Bühne für bewegende Geschichten, generationsübergreifende Verbundenheit und die Leidenschaft für den Badmintonsport.
