Bezirksliga statt Bundesliga: Bottroper BG holt Topspieler zurück

Nach dem Abstieg in die Bezirksliga und Veränderungen im Vorstand richtet sich die Bottroper Badminton-Gemeinschaft (BBG) sportlich neu aus. Ziel ist es, die Strukturen zu stabilisieren, die Mannschaften gezielt zu verstärken und mittelfristig die Rückkehr in höhere Spielklassen zu schaffen – idealerweise bereits mit dem direkten Wiederaufstieg.

Eine zentrale Personalentscheidung wird dabei bereits Anfang März getroffen: Mit Matthias Kuchenbecker kehrt ein prägender Spieler der Vereinsgeschichte nach Bottrop zurück. Der ehemalige Spielertrainer wechselt vom BV Wesel Rot-Weiß zurück zur BBG und wird künftig eine Schlüsselrolle im sportlichen Neuaufbau einnehmen.

Kuchenbecker begann seine sportliche Laufbahn bei der Bottroper BG und trainierte bereits als Jugendlicher am Stützpunkt. In der Folge schaffte er den Sprung in die 1. Bundesliga und war viele Jahre in der 2. Bundesliga für seinen Jugendverein aktiv. Über Jahre hinweg prägte er als sportliche Nummer eins das Gesicht des Vereins und sammelte zudem internationale Erfahrung, unter anderem mit zahlreichen Teilnahmen an den German Open.

Wechsel durch ungewisse Perspektive

Vor rund einem Jahr hatte sich Kuchenbecker entschieden, sportlich noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen, und wechselte zum BV Wesel in die Regionalliga, die dritthöchste Spielklasse. „Im vergangenen Jahr war die Perspektive hier in Bottrop ungewiss. Eigentlich wollte ich nicht wechseln, aber als Wesel an mich herangetreten ist, wollte ich die Chance einfach wahrnehmen. Das war dann eine Bauchentscheidung.“

Durch kleinere Verletzungen kam er zwar nicht so oft zum Einsatz wie geplant, konnte jedoch bei seinen Einsätzen seine Klasse unter Beweis stellen. Zusätzlich unterstützte er die zweite Mannschaft in der Verbandsliga und blieb dort ungeschlagen. In der Regionalliga schaffte man am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen den Tabellenführer 1. BV Mülheim 2 noch den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz und erspielt sich damit die Chance auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Diese Option auf den Aufstieg wurde jedoch nicht wahrgenommen. „Das eine Jahr in Wesel war für mich sehr positiv. Es hat großen Spaß gemacht auf hohem Niveau zu Trainieren. Der Verein wollte mich auch unbedingt halten und es stand ein Antrag für die 2. Bundesliga im Raum, aber aus privaten Gründen habe ich mich dazu entschieden, nicht weiter in Wesel zu spielen.“

Rückkehr zum Heimatverein mit ambitionierten Zielen

Die Rückkehr zur BBG ist daher sportlich wie emotional nachvollziehbar – auch wenn sie angesichts der aktuellen Ligazugehörigkeit durchaus überrascht. Statt weiterhin in der Regionalliga zu spielen oder sogar die Möglichkeit eines Aufstiegs in die 2. Bundesliga wahrzunehmen, entschied sich Kuchenbecker bewusst für den Schritt zurück zu seinem Heimatverein. „Nach den ersten Gesprächen mit der BBG hatte ich sofort ein gutes Gefühl und habe direkt zugesagt. Mir geht es mehr um eine Herausforderung, ein Projekt, das Spaß macht und bei dem man etwas bewegen kann.“

Kuchenbecker wird bei der BBG künftig nicht nur sportlich auf dem Feld eine wichtige Rolle spielen, sondern auch Verantwortung in Form der Mannschaftsleitung übernehmen. „Mir ist es wichtig, der BBG zu helfen und so vielleicht auch wieder den sportlichen Turnaround zu schaffen. Jetzt ist dafür die Chance da, nach langen Jahren der Durststrecke wieder neu zu starten.“ Das Ziel ist dabei klar formuliert: „Ich denke, für die BBG ist es sehr wichtig, dass wir mal wieder eine positive Saison erleben. Das Potenzial für den Aufstieg haben wir. Da bin ich sicher.“

Wie die Saison letztlich ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Zwar geht die BBG als Favorit in die Spielzeit, die Konkurrenz ist jedoch groß. Mit Matthias Kuchenbecker ist dem Verein in jedem Fall ein hochkarätiger Neuzugang gelungen, auf dem große Hoffnungen ruhen.

Darüber hinaus wird die Mannschaft durch einen weiteren externen Neuzugang im Damenbereich sowie durch zwei feste Wechsel von Spieler*innen der letztjährigen Spielgemeinschaft verstärkt. Auch die Reservemannschaften sind gut aufgestellt und konnten punktuell weiter verstärkt werden.

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