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Musik und Tanz in japanischen Gärten

Nächstes Konzert des Bottroper Kammerorchesters im „Klangturm Malakoff“

„Japanische Gärten! Musik und Tanz“ ist der programmatische Titel des nächsten Konzertes des Bottroper Kammerorchesters. Es findet gemeinsam mit dem „Klangturm-Ensemble“ am Sonntag, dem 13. November, ab 17 Uhr statt und wird unterstützt vom Tänzer Keisuke Mihara. Im „Klangturm Malakoff“ wird Musik japanischer Komponisten oder mit japanischen Themen gepaart mit zeitgenössischem Tanz geboten. Die Organisatoren des städtischen Kulturamtes laden zudem für den 13. November zu einer öffentlichen Generalprobe ab 11 Uhr in den Malakoffturm an der Knappenstraße 33 ein.

 

Die Konzeption des Konzertes stammt von der Dirigentin und Flötistin Beate Schmalbrock. Mit den „japanischen Gärten“ setzt Beate Schmalbrock die zeitgenössische Musikreihe “Klangturm Malakoff“ in Bottrop fort. Dieses Programm mit japanischer Musik steht dabei im bewussten Gegensatz zu dem vergangenen gefühlsstarken, klassischen Drama des TABU-Films. „Die Musik scheint hier weiter von uns Europäern entfernt zu sein. Wir sind als Zuhörer in unserer Fantasie in größerem Maße gefordert“, erläutert Kulturamtsleiter Dieter Wollek..

 

Zum Programm: Die 1995 entstandene Komposition „Japanische Gärten“ für Schlagzeug mit Elektronik von Kaija Saariaho bildet den musikalischen Rahmen des Konzertes und entführt die Zuhörer in das Land Japan, in die Tempel und Gärten von Kyoto. Gärten, die dort der Entspannung und Meditation dienen. Die verschiedenen musikalisch gemalten Gärten bilden jeweils den imaginären Ort der nächsten Aufführung: Etwa den Tempel Nanzen-ji, den das „Atem-Lied“ von Toshio Hosokawa beschreibt. Von dort aus geht es dann weiter zum goldenen Pavillon, durch ein ausgetrocknetes Bachbett und auf eine Steinbrücke. Von hier aus ist beste „Sicht“ auf die Uraufführung von „Sea Cloud V“ von Kumiko Omura. Das „klitzekleine Feuerwerkchen“ von Robert HP Platz beendet dann den Spaziergang mit zarten Glanzpunkten. Der Tänzer Keisuke Mihara verbildlicht diese verschiedenen Orte als Akteur, Schatten und Zuhörer.

 

Im extra zusammengestellten „Klangturm Ensemble“ musizieren neben dem Bottroper Kammerorchester Beate Schmalbrock (Essen), Ayako Püschel (Flöte – Dorsten), Petra Naethbohm (Blockflöte/Oboe – Duisburg), Marko Kassl (Akkordeon – Düsseldorf), Martin von der Heydt (Klavier – Essen), Franz-Josef Staudinger (Schlagzeug – Wuppertal) und Veit Winkler (elektronische Musik – Graz).

 

Zu den Komponisten:

 

Kaija Saariaho wurde 1952 in Helsinki/Finnland geboren,  studierte in Helsinki , Freiburg i.B. und am IRCAM Centre Pompidou/Paris. In Paris entwickelte sie ihre Arbeit in Richtung computergestützter Komposition und  Live-Elektronik.  Es entstanden Kompositionen wie „Verblendungen“ (1984), ein Wechselspiel zwischen Orchester und Tonband, oder „Graal theatre“ (1994 – 1997) für Violine und Orchester. Sie erhielt verschiedene hohe Auszeichnungen wie den „Grammy Award 2011“ für die Einspielung ihrer Oper „L `amour de loin“ und 2013 den „Polar Music Prize“. Die Komposition „6 japanische Gärten“ entstand während ihres Japanaufenthaltes 1993 aufgrund ihrer Eindrücke aus Besuchen der Gärten Kyotos.

 

Toshio Hosokawa wurde 1955 in Hiroshima geboren, gehört zu den wichtigsten Komponisten Japans. Er studierte in Berlin. Seine Kompositionen umfassen Orchesterwerke, Kammermusik und Filmmusik. Er wurde 1988 mit dem Kyoto-Musikpreis und 1998 mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

 

Yuji Takahasi ist 1938 in Tokio geboren. 1961 begann seine Karriere als führender Pianist moderner Klaviermusik. Kurze Zeit später komponierte er sein erstes Werk für Elektronik und zwölf Instrumente. 1963 bis 1966 arbeitete er in Europa mit Iannis Xenakis zusammen und ging 1967 in die USA. In New York, Boston, Chicago und San Franzisko war er als Solist neuer Musik  zu hören, aber auch seine Computer-Kompositionen wurden bei Neue-Musik-Festivals gespielt. 1972 kam er zurück nach Japan. Hier prägt er das Musikleben der neuen Computermusik.

 

Eugen Bozza wurde 1905 in Nizza geboren und ist 1991 in Valenciennes gestorben. Er gehört zu den Impressionisten. Seine meist kammermusikalischen Werke lassen häufig Landschaftsbilder der Provence erklingen.

 

Ryohei Hirose (1930 – 2008) studierte an der Kunsthochschule Tokio. „Yoshi Hotta“, eine Musik zum Schauspiel, komponierte er 1963 für japanische Instrumente. Seit den 1970er-Jahren entstanden auch Werke für europäische Instrumente. Von 1977 bis 1996 war Hirose Musikprofessor in der Universität Tokyo. Gastvorlesungen hielt er am Mozarteum in Salzburg (1999) und an der Folkwang Hochschule in Essen (2003).

 

Kumiko Omura (geboren 1970) studierte nach ihrem Studium in Japan von 1995 bis 2000 Komposition an der Folkwang Hochschule in Essen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Gaudeamus“-Preis 1998 der Niederlande, den Preis der Neue Musik Biennale Hannover 1999, den Förderpreis des Landes NRW 2000 und den „Giga-Hertz-Förderpreis“ 2012 des Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe. Ihre erste Kammeroper “Hagoromo” (basierend auf dem japanischen Noh-Theater) wurde 2013 in Karlsruhe und in Hannover uraufgeführt.

 

Der Dirigent und Komponist Robert HP Platz, geboren 1951 in Baden-Baden, studierte bei Fortner und Karlheinz Stockhausen. Er ist Gründer und Leiter des Ensemble Köln. Seine Kompositionen sind seit 1989 Teile eines tagebuchartig in assoziativen Sprüngen sich fortsetzenden Gesamtwerkes.

 

Zum Tänzer: Keisuke Mihara (geboren 1978) studierte zuerst in Japan (Kyoto) modernen Tanz und Architektur-Design.Von 2002 bis 2007 zeigte er dort eigene Tanz-, Raum- und Kunstinstallationen. An der Folkwang Hochschule Essen tanzte er von 2007 bis 2013 mit dem Folkwang-Tanz-Studio unter der Leitung von Henrietta Horn. Er ist seit 2009 Gasttänzer beim Tanztheater Pina Bausch in Wuppertal. Seit 2013 arbeitet Keisuke als freischaffender Tänzer mit festem Wohnsitz in Deutschland – zuletzt mit den Choreographen Susanne Linke, Urs Dietrich und Claudia Lichtblau am Theater Trier.

beate_schmalbrock

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