Nach fast tödlichen Schüssen vor Bottroper Supermarkt: Prozessauftakt in Essen

Am frühen Morgen des 13. Juni war der Tatort vor dem Bottroper Supermarkt weiträumig abgesperrt. Gegen 4.30 Uhr wurde ein Mann niedergeschossen. Foto: privat

Im Juni 2025 kam es in Bottrop zu einem nächtlichen Eifersuchtsdrama, das nun das Landgericht Essen beschäftigt (Wir lieben Bottrop berichtete). Angeklagt ist der 42-jährige Mihail S., der laut Anklage mit einem umgebauten Luftgewehr auf einen Begleiter seiner Ex-Freundin geschossen haben soll. Das Opfer, ein 33-jähriger Mann aus Bottrop, wurde schwer verletzt und überlebte nur dank einer Notoperation.

Laut BILD begann die Tatnacht (12. auf 13. Juni) mit einem Streit zwischen dem Angeklagten und seiner früheren Partnerin. Vor Gericht schilderte der Mann wohl, dass er von der Arbeit nach Hause gekommen und niemand Zuhause gewesen sein soll. Er habe wohl seine Lebensgefährtin angerufen. Ein Mann habe abgenommen: „Warum störst du mich? Das war deine Frau, jetzt ist es meine Frau.“, zitiert die Frau die Aussagen des Angeklagten.

Tatort Südring-Center: Unmittelbar vor dem Supermarkt soll der Tatverdächtige aus einem Auto heraus abgedrückt haben.

Der verfolgte mit Hilfe eines GPS-Trackers am Schlüsselbund wohl den Aufenthaltsort der Frau. Am Bottroper Kanal entdeckte er sie schließlich im Beisein eines Mannes, der sie oberkörperfrei umarmte. Der Täter soll sie daraufhin wütend beschimpft haben, bevor er später am Südring-Center erneut auf die beiden traf. Als der Begleiter auf sein Auto zuging, drückte er ab.

Das Diabolo-Projektil aus dem vermeintlich manipuliertem Luftgewehr traf den 33-Jährigen in die Leber, der Schwerverletzte musste notoperiert werden. „Inzwischen geht es mir zwar wieder gut, aber ich habe noch immer Schmerzen“, sagte das Opfer später gegenüber BILD.

Nach der Tat floh der mutmaßliche Schütze, die Polizei leitete eine Großfahndung ein, veröffentlichte im Zuge der Fahndung sogar Fotos des Schützen. Fünf Tage später konnte die Fahndung erfolgreich beendet werden. Eine Spezialeinheit konnte den 42-Jährigen am 18. Juni an der Scharnhölzstraße festnehmen.

Nach der Tat untersuchten Spezialisten der polizeilichen Kriminaltechnik den Tatort am Südring-Center

Im Essener Prozess gab der Mann selbst den Schuss zu, bestritt jedoch, aus Eifersucht gehandelt zu haben. „Ich hatte Angst“, zitiert ihn die WAZ Bottrop vor Gericht. Der Begleiter seiner Ex habe ihn am Telefon bedroht und dabei auch die „Hells Angels“ ins Spiel gebracht – deshalb habe er das Luftgewehr zur Selbstverteidigung mitgenommen. Den fast tödlichen Schuss habe er abgegeben, nachdem der spätere Verletzte auf sein Auto zu gerannt sei. Zuvor habe er seine vermeintliche Partnerin aus dem Fahrzeug heraus angeschrien, nach Hause zu fahren.

 Gegen 4.30 Uhr alarmierten Zeugen schließlich die Rettungskräfte. Der Verletzte wurde daraufhin von Rettungskräften behandelt und im Krankenhaus notoperiert. Einige Stunden war ungewiss, ob er die Gewalttat überlebt. Ob der Schuss aus Angst oder aus blanker Eifersucht gefallen ist, muss nun das Gericht entscheiden.

Bemerkenswert: Wie im Gericht herausgekommen sein soll, haben sich der Angeklagte und seine ehemalige Partnerin inzwischen wohl wieder versöhnt.

(c) Text/Fotos: Jerome Schischka (Blaulicht-Report-Bottrop)

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Jerome Schischka - Blaulicht Report Bottrop™

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