
Regionalverband will zusätzliche Siedlungsflächen in Bottrop ermöglichen
Bottrop soll mehr Spielraum bei der künftigen Ausweisung von Baugebieten bekommen. Dies sieht der Regionalverband Ruhr (RVR) bei der Fortschreibung des Regionalplans vor. Danach könnten 19 Hektar zusätzlicher Siedlungsflächen im Stadtgebiet ausgewiesen werden. Der Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz wird am kommenden Dienstag, 9. Dezember, erstmals darüber beraten.
Während eines Pressegesprächs haben der Technische Beigeordnete Klaus Müller und Oliver Schüttler, Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, das Vorgehen zur geplanten Änderung erläutert. Beide betonen, dass zunächst ein Vorverfahren angestoßen worden sei. Bis die Bebauungspläne tatsächlich beschlossen sind, wird es einige Jahre dauern.
Angesichts der Gesamtfläche Bottrops von rund 100.000 Hektar sei die Bereitstellung von 19 Hektar für Wohnungsbau ein kleiner Beitrag, so Klaus Müller. „Wir kommen damit aber gut klar, zumal wir noch Reserven haben.“ Nach Abzug von Straßen, Spielplätzen und Grünflächen können so, je nach Bebauungsdichte, zusätzlich 300 bis 1.500 Wohneinheiten gebaut werden. „Das sind Potenzialflächen, die man in Zukunft nutzen kann“, sagt auch Oliver Schüttler.
Der RVR entscheidet über die Regionalplanung. In einem Vorentwurf hat er 750 Hektar als potenzielle Siedlungsflächen ausgewiesen. Dabei wurden bestehende Wohnbereiche um 500 Meter erweitert. Unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und bisheriger politischer Entscheidungen hat das Stadtplanungsamt 55 Hektar ermittelt, die nun der Politik vorgelegen werden. „Wir empfehlen, diese Entwicklungsoptionen offenzuhalten“, sagt Dezernent Klaus Müller.
Konkret geht es um vier Bereiche im Stadtgebiet. 1,8 Hektar sind im Norden von Kirchhellen an der Münsterstraße und Im Pinntal. Um 39 Hektar könnte der Siedlungsbereich in Grafenwald an den Straßen Ottenschlag, Sensenfeld und Bottroper Straße erweitert werden. Entlang der Stenkhoffstraße und Am Limberg sieht das Stadtplanungsamt das Potenzial, auf einer Fläche von sechs Hektar die Bebauung zu verdichten. Ebenfalls im Stadtteil Eigen liegt eine acht Hektar große Fläche an der Körnerstraße und am Schlagholt, die aus Sicht der Stadtplanung für eine Entwicklung geeignet ist.
Mit der Politik soll beraten werden, inwieweit diese und möglicherweise weitere Flächen beim RVR als Siedlungsgebiet vorgelegt werden. „Wir wollen die Vorschläge nicht ohne eine vorherige politische Beratung bei RVR einreichen“, sagt Müller. „Fragen zur zukünftigen Stadtentwicklung sind Kernaufgaben der politischen Diskussion.“ Im weiteren Verfahren wird dann zwischen Stadt und RVR eruiert, welche Flächen letztlich Eingang in den Regionalplan finden. Klaus Müller betont, dass es keinen Automatismus für eine anschließende Überplanung gibt. „Es bleibt ein langer Weg bis zur Bebauung.“ Er rechnet damit, dass der Entwurf für den überarbeiteten Regionalplan 2027 steht und dann das formale Beteiligungsverfahren beginnt.
Der bestehende Regionalplan wurde 2024 verabschiedet. Angesichts des steigenden Bedarfs individueller Wohnflächen und der Anzahl der Haushalte hat der RVR zusätzlichen Siedlungsbedarf für Bottrop ermittelt. Die Fortschreibung des Regionalplans sieht auch eine Überarbeitung der ausgewiesenen Gewerbe- und Industriebereiche in der Metropolregion-Ruhr vor. Hier sieht der Plan aber keine Veränderungen in Bottrop vor, da die Bergbauflächen bereits für die Nutzung vorgesehen sind. „Wir konzentrieren uns auf die Bergbauflächen und stecken dort unsere Energie rein“, sagt der Beigeordnete Müller. Bottrop sei hier gut aufgestellt, wenn diese Flächen erschlossen sind und für Unternehmensansiedlung bereitstehen.
(c) Text: Stadt Bottrop, Symbolbild/Headline: Wir lieben Bottrop