
Symbolbild: Im Sommer 2025 schoss ein Mann am Südring-Center einen anderen nieder. Er verletzte ihn dabei lebesgefährlich. Ein SEK-Team nahm den Mann einige Tage später fest. (Wir berichteten)
Die Zahl der Straftaten in Bottrop ist im vergangenen Jahr gestiegen. Wie aus dem aktuellen Kriminalitätsbericht der Polizei Recklinghausen hervorgeht, wurden insgesamt 429 Straftaten mehr registriert als im Jahr 2024. Der Anstieg von 5,19 Prozent betrifft dabei nicht alle Straftatsbereiche gleichermaßen – neben problematischen Entwicklungen gibt es auch deutlich positive Trends.
Festhalten lässt sich allerdings: So viele Straftaten wie 2025 gab es in den letzten zehn Jahren nie.
Statistik zeigt: Hoher Anstieg von 85 Prozent bei diesen Straftaten
Besonders auffällig ist der Zuwachs bei der Straßenkriminalität. Hier meldet die Polizei vor allem mehr Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen. In diesem Bereich stiegen die Fallzahlen um 63 Prozent, was einen erheblichen Anteil an der Gesamtentwicklung ausmacht. Auch die Raubdelikte nahmen zu: 16 Fälle mehr als im Vorjahr bedeuten einen Anstieg von fast 30 Prozent.
Besonders auffällig: Sonstige Raubfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen sind deutlich häufiger festgestellt worden. Ein Anstieg um mehr als 85 Prozent konnte in fast keiner anderen Kategorie wahrgenommen werden.
Demgegenüber steht eine positive Entwicklung bei der Drogenkriminalität. Insgesamt wurden 2025 123 Rauschgiftdelikte polizeilich festgestellt – also circa alle drei Tage ein Fall. 2017 lag die Zahl noch bei 351 Straftaten – eine Tendenz ist deutlich zu erkennen. Mit Ausnahme 2021 sinkt die Zahl seither jährlich.
2025: So viele Körperverletzungen wie seit zehn Jahren nicht mehr
Anders ist es bei den Körperverletzungs-Straftaten. Waren es “nur” drei gemessene Straftaten mehr als 2024 zeigt sich im Vergleich mit den vergangenen zehn Jahres-Auswertungen: 2025 war das Jahr mit den zweitmeisten Körperverletzungsdelikten. 855 Mal wurden Menschen in Bottrop verletzt. Zum Vergleich: Der 10-Jahres-Tiefstwert wurde 2021 gemessen: 614 Taten. Immerhin: Die Aufklärungsquote ist ebenso gestiegen: Circa 86 Prozent der Taten wurden aufgeklärt.
Gestiegen ist auch die Zahl der Diebstähle. Mit 3.451 Taten und einem Anstieg von mehr als 20 Prozent landet 2025 im 10-Jahres-Vergleich auf Platz 3. Erfreulich: Die Zahlen der Taschendiebstähle und Wohnungseinbrüche sind rückläufig, gleichzeitig konnte in beiden Fällen die Aufklärungsquote weiter gesteigert werden. Für viele Bottroperinnen und Bottroper ist das eine wichtige Nachricht, da solche Kriminalität das Sicherheitsgefühl oft besonders stark beeinflusst.
100 Prozent Aufklärungsquote: Polizei erfasst vier Tötungsdelikte
Besonders sensibel sind die vier erfassten Tötungsdelikte in Bottrop, von denen drei Versuche waren. In allen Fällen konnte die Polizei die Taten vollständig aufklären.
Unterm Strich zeigt der Bericht ein differenziertes Bild: Während einzelne Delikte deutlich zunehmen, gibt es zugleich messbare Erfolge bei Prävention und Aufklärung. Die Polizei kündigte zuletzt mit dem erneuten Aufstellen der Mobilen Wache am Bottrop ZOB an, vor allem im Bereich der Straßenkriminalität weiter gezielt gegenzusteuern.

