Mehr Unfälle: Bottrop erreicht 2025 traurigen Fünf-Jahres-Höchststand

Neue Verkehrsunfallstatistik der Polizei zeigt deutlichen Anstieg der Unfälle im Stadtgebiet – auch mehr Verletzte und erstmals seit Jahren wieder zwei Todesopfer. Archivbild von 2024

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Bottrop ist 2025 auf den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre gestiegen. Nach der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Polizei wurden im Stadtgebiet 4.223 Unfälle registriert. Das sind 260 mehr als im Jahr 2024 – ein Anstieg um 6,56 Prozent.

Damit setzt sich der Trend steigender Unfallzahlen fort. Seit 2021 ist die Zahl der Unfälle kontinuierlich gestiegen. Damals registrierte die Polizei noch 3.129 Unfälle, inzwischen sind es mehr als tausend Fälle zusätzlich pro Jahr. Auf dem rund 525 Kilometer langen Straßennetz Bottrops ereigneten sich damit so viele Unfälle wie in keinem der vergangenen fünf Jahre.

Der größte Teil der Unfälle blieb zwar bei Sachschäden, doch auch hier zeigt die Statistik eine deutliche Entwicklung: 3.770 Unfälle mit leichtem Sachschaden wurden 2025 gezählt – 230 mehr als im Vorjahr.

Mehr Verletzte und Todesopfer auf Bottrops Straßen

Besonders auffällig ist der Anstieg bei Unfällen mit Personenschaden. 369 Unfälle mit Verletzten wurden registriert, 33 mehr als 2024. Insgesamt 473 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet – ein Plus von 49 Betroffenen (+11,56 Prozent).

Auch die Zahl der Todesopfer ist gestiegen: Zwei Menschen verloren 2025 auf Bottroper Straßen ihr Leben, nachdem im Jahr zuvor glücklicherweise nur ein Todesfall registriert worden war.

Deutlich gestiegen ist zudem die Zahl der Schwerverletzten. 59 Menschen wurden schwer verletzt15 mehr als im Jahr davor – ein Anstieg um mehr als 34 Prozent. Die Zahl der Leichtverletzten stieg ebenfalls auf 412 Personen. (+8,71 Prozent)

Unfälle in Bottrop: Besonders viele verletzte Fußgänger und Zweiradfahrer

Ein Blick auf die beteiligten Verkehrsteilnehmer zeigt auffällige Verschiebungen.

Stark zugenommen hat die Zahl der verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger57 Menschen wurden verletzt oder getötet – 17 mehr als im Jahr zuvor, ein Anstieg um 42,5 Prozent. Auch bei motorisierten Zweirädern registrierte die Polizei deutlich mehr Verunglückte. Die Zahl stieg von 52 auf 75 – ein Plus von 44 Prozent.

Bei E-Scootern blieb die Entwicklung moderater: 19 Verunglückte bedeuten nur einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Rückläufig ist dagegen die Zahl der verunglückten Radfahrenden insgesamt. Sie sank auf 80 Betroffene. Besonders deutlich ging die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrenden zurück – von 43 auf 31.

Mehr verunglückte Kinder und Jugendliche unter den Opfern

Sorgen bereitet auch die Entwicklung bei jungen Verkehrsteilnehmern. Die Zahl der verunglückten Kinder stieg von 40 auf 54 – ein Zuwachs von 35 Prozent. Noch stärker fiel der Anstieg bei Jugendlichen aus: 23 Betroffene bedeuten ein Plus von über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch bei Seniorinnen und Senioren registrierte die Polizei mehr Verletzte. Hier stieg die Zahl von 67 auf 81 Personen.

Alkohol und Geschwindigkeit weiterhin zentrale Unfallursachen

Bei den Hauptunfallursachen zeigt sich ein gemischtes Bild.

Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gingen leicht zurück und wurden in 20 Fällen festgestellt. Auch reine Alkoholunfälle nahmen etwas ab. Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit blieben dagegen konstant: 12 Fälle registrierte die Polizei – genauso viele wie im Jahr zuvor.

Weniger Unfallfluchten – Aufklärungsquote bleibt begrenzt

Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Unfallfluchten. Sie sank von 894 auf 840 Fälle. Auch bei Unfallfluchten mit Personenschaden gab es einen Rückgang auf 36 Fälle.

Trotzdem bleibt die Aufklärungsquote begrenzt: Insgesamt konnten 37,62 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Bei Unfällen mit Personenschaden liegt die Quote mit 58,33 Prozent deutlich höher.

Auch wenn einzelne Unfallarten zurückgehen, zeigt die Statistik insgesamt ein klares Bild: Bottrops Straßen sind 2025 unfallträchtiger geworden. Mehr Unfälle, mehr Verletzte und steigende Zahlen bei besonders gefährdeten Gruppen wie Fußgängern oder Zweiradfahrern prägen die Bilanz.

Damit steht fest: 2025 war das unfallreichste Jahr der vergangenen fünf Jahre im Bottroper Straßenverkehr.

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