Bottrops Halde Haniel: Die Totems kehren heim – und Guido Hofmann wacht aus dem Krankenhaus

Auf der Halde Haniel in Bottrop beginnt in diesen Tagen die Rückkehr eines der bekanntesten Kunstwerke des Ruhrgebiets. Die „Totems“ des baskischen Künstlers Agustín Ibarrola werden nach ihrem vorübergehenden Abbau wieder an ihren ursprünglichen Platz auf der höchsten Erhebung der Halde zurückkehren.

Für viele Menschen sind die mehr als 100 farbig gestalteten Eisenbahnschwellen längst weit mehr als eine Kunstinstallation. Sie stehen für den Wandel des Ruhrgebiets, für Erinnerung, Identität und die Verbindung von Industriegeschichte und Kultur. Nun kehren sie dorthin zurück, wo sie seit ihrer Entstehung im Jahr 2002 die Silhouette der Halde Haniel prägen.

Im Mittelpunkt dieses besonderen Moments steht erneut der Bottroper Künstler Guido Hofmann.
Kaum jemand ist so eng mit den Totems verbunden wie Hofmann. Als langjähriger Wegbegleiter und ehemaliger Schüler von Agustín Ibarrola hat er sich über Jahrzehnte für den Erhalt des Kunstwerks eingesetzt. Nach Vandalismusschäden organisierte er aufwendige Restaurierungen, kämpfte für den Schutz der Installation und wurde zu ihrem wichtigsten Bewahrer.

Dass Hofmann die Rückkehr der Totems nun nicht persönlich auf der Halde begleiten kann, verleiht dem Wiederaufbau eine besondere emotionale Dimension.

Aus dem Krankenbett heraus: Kurator Hofmann kümmert sich um Platzierung der Ibarrola-Totems

Ende April erhielt er nach langer Wartezeit eine neue Lunge. Während er sich derzeit von der schweren Operation erholt, lässt ihn die Verantwortung für das Werk nicht los. Selbst aus dem Krankenhaus heraus koordinierte er die Vorbereitungen und gab noch aus dem Krankenbett Anweisungen für den Wiederaufbau. Für ihn war stets klar: Die Totems müssen zurück auf ihren Berg.

Die praktische Umsetzung übernehmen nun seine Söhne Luis Guido Nielsen, Felix Amadeus Flick-Hofmann und ein ausgewähltes Team aus Unterstützern und Fachkräften. Gemeinsam mit der Firma Pennekamp sowie in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der RAG sorgen sie dafür, dass jede einzelne Stele wieder ihren vorgesehenen Platz erhält.

Es ist eine Aufgabe, die weit über einen gewöhnlichen Aufbau hinausgeht. Die Anordnung der Totems folgt einer künstlerischen Idee, die Agustín Ibarrola gemeinsam mit Guido Hofmann entwickelt und über Jahre bewahrt hat. Jeder Standort, jede Blickachse und jede Ausrichtung sind Teil eines Gesamtkunstwerks, das Kunst, Landschaft und Industriegeschichte miteinander verbindet.

Halde Haniel: Wahrzeichen kehrt auf Halden-Gipfel zurück

Mit der Rückkehr der Totems schließt sich zugleich ein wichtiges Kapitel der jüngeren Geschichte der Halde Haniel. Für die Sanierung des Gipfelbereichs mussten die Stelen im vergangenen Jahr demontiert werden. Viele Besucher fragten sich seitdem, wann das Wahrzeichen zurückkehren würde.
Nun lautet die Antwort: Bald.

Wenn die letzten Totems wieder aufgerichtet sind, kehrt nicht nur ein Kunstwerk zurück. Es kehrt ein Stück Ruhrgebiet zurück.

Und auch wenn Guido Hofmann, unterstützendes Mitglied auch des Bottroper Künstler Kollektivs, dabei nicht selbst auf dem Gipfel stehen kann, wird seine Handschrift überall sichtbar sein. In jeder aufgestellten Stele, in jeder Entscheidung und in jedem Detail dieses Wiederaufbaus lebt das Engagement eines Mannes weiter, der sich wie kein Zweiter dafür eingesetzt hat, dass die Totems von Halde Haniel ihre Heimat niemals verlieren.

(c) Text: Hofmann, Foto: IG Halde Haniel

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