kfd St. Johannes wird 125 Jahre alt: Jubiläumsmesse am 12. Juli

Auf ein bemerkenswertes Jubiläum blickt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) St. Johannes in der Boy: Die 1901 gegründete Gemeinschaft feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

Einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres war bereits im Mai die erfolgreiche Ausstellung der Königsfiguren des Diakons und Holzbildhauers Ralf Knoblauch. Mit einem begleitenden Rahmenprogramm machte die kfd dabei auf das Thema Menschenwürde aufmerksam.

Der zweite große Jubiläumshöhepunkt folgt am Sonntag, 12. Juli. Dann lädt die kfd St. Johannes zu einem Festgottesdienst in die Kirche St. Johannes ein. Die Messe mit Pastor Clemens Hruschka wird von den Mitgliedern der Frauengemeinschaft inhaltlich und musikalisch gestaltet. Im Anschluss findet ein Empfang mit Gästen aus Vereinen, Verbänden und anderen kfd-Gruppen statt. Zudem präsentiert die kfd eine Ausstellung zur Geschichte des Verbandes, die bis zum Jahresende in der Kirche zu sehen sein wird.

Denn als Teil des größten katholischen Frauenverbands in Deutschland kann die kfd aus der Boy auf eine bewegte Historie zurückblicken. Zu den Zielen der Anfangszeit der – damals noch – Mütterverein genannten kfd gehörte die christliche Bildung von Familien, praktische Aufgaben wie die Pflege und Herstellung zum Beispiel kirchlicher Textilien, die Verteilung des sogenannten Mütterblättchens sowie caritative Aufgaben in der Pfarrei. Gemeinschaftsangebote wie Ausflüge, Einkehrtage und Messfeiern prägten dabei das Verbandsleben von Beginn an.

Am St.-Anna-Tag wurden verheiratete, katholische Frauen feierlich in den Mütterverein aufgenommen. Eine Bedingung, die sich im Laufe der Zeit geändert hat. „Jede Frau darf mittlerweile Mitglied in der kfd werden“, klärt Regina Mehr auf. Sie ist Schriftführerin des Boyer Verbands und mit 47 Jahren das zweitjüngste Mitglied.

Doch nicht nur das hat sich geändert – auch das Engagement der Frauen wurde vielfältiger. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich ab 1981 die bunten Nachmittage mit Sketchen, Liedern und Tänzen. Ab Ende der 70er-Jahre wurden auch Frauenkreise für unterschiedliche Altersgruppen gegründet. Denn gerade in dieser Zeit, als die kfd an die 500 Mitglieder zählte, sollte allen Altersgruppen mit ihren je eigenen Themen Rechnung getragen werden.

Nachdem sich die Arenberger Dominikanerinnen 1980 aus der Boy zurückgezogen hatten, übernahmen die Frauen von den Ordensschwestern sogar die Aufgabe der Krankenpflege in den Familien. Darüber hinaus gab es Ausflüge, Einkehrtage oder Angebote wie Mini-Clubs für Mütter und Kinder, Näh- und Sportkurse. Der Blick der kfd ging zudem weit über Bottrop hinaus: Ab 1978 unterstützte sie Melchior Gutambi aus Tansania in seiner Ausbildung zum Priester, später auch Spendenprojekte für Mädchen und Frauen in Ghana, in Syrien und dem Libanon.

Die bunten Nachmittage, die Frauenkreise oder auch die Krankenpflege gibt es heutzutage nicht mehr, stattdessen unter anderem eine monatliche Frauenmesse mit anschließendem Frühstück, den Stricktreff „Masche für Masche“, eine Adventfeier und einen Jahresausflug, den Kreuzweg nach Reken am Karfreitag und eine Andacht im Marienmonat Mai. „Wie versuchen einmal im Monat auch Angebote wie Workshops zu machen“, informiert Regina Mehr. Unverändert dazu gehört der Besuchsdienst zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen.

Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen zählt die kfd St. Johannes rund 170 Mitglieder. 2016 schloss sie sich mit der kfd St. Franziskus, 2024 mit der kfd St. Peter zusammen. Das Altersspektrum der Frauen liegt zwischen 40 bis 99 Jahren. Regina Mehr als eines der jüngeren Mitglieder stört der teils große Altersunterschied nicht. Im Gegenteil: „Ich erhalte so viel Dankbarkeit zurück“, sagt sie über ihren Einsatz. Die 47-Jährige fühlt sich wohl in der Gemeinschaft von Frauen, hält einen Frauenverband auch heutzutage für wichtig und setzt sich mit ihrer Mitgliedschaft ganz bewusst für die Rechte von Frauen und mehr Gleichberechtigung ein. „Ich stehe hinter den Zielen der kfd“, betont sie.

Schließlich präsentiert sich die kfd heute als moderner Verband, der eine bedeutende Stimme für Frauenrechte in Gesellschaft und Kirche ist. Modern zeigt sich auch die kfd St. Johannes. Mit einem eigenen und gut gestalteten Instagram-Kanal informiert sie über ihre Angebote und Inhalte. Auf diese Weise und darüber hinaus wird sie sich auch zukünftig stark machen für Anliegen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft.

Weitere Info zum Jubiläum:

Die Jubiläumsmesse wird am Sonntag, 12. Juli, 11 Uhr, in St. Johannes, Johannesstraße 34, gefeiert. Weitere Info auch zur Mitgliedschaft in der kfd auf www.katholisch-in-bottrop.de

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