Konzert in St. Cyriakus begeistert Zuhörer bei sommerlichen Temperaturen

Mit begeistertem Applaus dankten die Besucherinnen und Besucher dem Propsteichor und allen Mitwirkenden für ein eindrucksvolles Konzert am Sonntag, 28. Juni, in der St.-Cyriakus-Kirche. Auf dem Programm standen das unvollendete Oratorium „Christus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie der „Lobgesang“ seiner Schwester Fanny Hensel. Als Solisten wirkten Bernadette Kirchhoff (Sopran) und Stefan Kuhlich (Tenor) mit. Begleitet wurden Chor und Solisten von Mitgliedern der Bochumer Symphoniker. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Kantorin Ursula Kirchhoff.

Trotz hoher Temperaturen fanden sich rund 100 Besucherinnen und Besucher am Kirchplatz ein. Der Propsteichor stellte den Gästen Wasser sowie Leihfächer zur Verfügung, auch wenn an diesem Tag die Kirche einer der kühlsten Orte in Bottrop war.

Zu Beginn des Konzerts führte Kantorin Ursula Kirchhoff in die beiden Werke ein. Felix Mendelssohn Bartholdy habe „Christus“ gegen Ende seines Lebens geschrieben. Aufgrund seines frühen und unerwarteten Todes im Jahr 1847 blieb das Werk unvollendet. Nach „Paulus“ von 1836 und „Elias“ von 1846 ist „Christus“ sein drittes Oratorium. Das Werk beschreibt die Geburt sowie das Leiden Christi.

Der „Lobgesang“ seiner vier Jahre älteren Schwester Fanny Hensel sei vermutlich nach der Geburt ihres Sohnes Sebastian Ludwig Felix entstanden. Die Kantate könne als eine Art musikalischer Lobpreis auf das neue Leben angesehen werden. Als Namensgeber für ihren Sohn hätten drei für Fanny Hensel wichtige Komponisten gedient: Der Onkel Felix, Ludwig van Beethoven und Johann Sebastian Bach.

Obwohl Fanny Hensel mehr als 460 Werke schuf, wurden ihr eine eigenständige musikalische Karriere und Veröffentlichungen zu Lebzeiten weitgehend verwehrt. Erst seit den 1980er- und 1990er-Jahren ist ein größerer Teil ihres Schaffens einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Chor, Solisten und Orchester überzeugten mit einer ausdrucksstarken Interpretation und einem fein abgestimmten Zusammenspiel. Die musikalische Gestaltung brachte die beiden Werke eindrucksvoll zur Geltung. Der Schlussapplaus mündete schließlich in „standing ovations“ für alle Mitwirkenden.

(c) Text/Foto: Stadtkirche

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