
Auf der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal zwischen Bottrop und Essen gelten ab Donnerstag, 9. Juli, neue Verkehrsregeln. Betroffen ist die Verbindung entlang der L 631 zwischen der Borbecker Straße und der Bottroper Straße.
Nach Angaben von Straßen.NRW werden die Maßnahmen aus Sicherheitsgründen eingeführt. Sie sollen die Belastung der 1973 gebauten Brücke verringern. Vor allem der Lkw-Verkehr ist von den Änderungen betroffen.
Fahrstreifen werden auf der Brücke neu angeordnet
Im Bereich der Brücke werden die Fahrstreifen für den motorisierten Verkehr in beiden Fahrtrichtungen neu angeordnet. Künftig soll der Verkehr mittig über die beiden Brückenteile geführt werden.
Die separate Busspur entfällt auf diesem Abschnitt. Busse müssen sich dadurch auf einer Länge von 150 Metern in den normalen Verkehr einfädeln.
Für Lkw gelten zusätzlich ein Abstandsgebot von 50 Metern und ein Überholverbot. Laut Straßen.NRW sollen diese Regeln die Belastung des Bauwerks reduzieren und zur Sicherheit der Brücke beitragen.
Statisches Defizit bei Brückennachrechnung festgestellt
Hintergrund der Maßnahmen ist ein statisches Defizit, das bei einer Brückennachrechnung festgestellt wurde. Ein akuter Sanierungsbedarf besteht nach Angaben von Straßen.NRW nicht.
Die Brücke bleibt weiterhin vierstreifig befahrbar. Auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 bleibt unverändert. Der östliche Rad- und Fußweg ist nicht betroffen.
Sollten das Überholverbot oder der Mindestabstand wiederholt missachtet werden, behält sich Straßen.NRW weitere verkehrliche Einschränkungen vor. Die statischen Defizite können laut Landesbetrieb nur durch einen Ersatzneubau beseitigt werden. Dieser ist nach Angaben der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr für 2045 geplant.
Stadt Bottrop befürchtet zusätzliche Verkehrsbelastung
Die Stadt Bottrop sieht die neuen Regelungen mit Blick auf den Verkehr nach Essen kritisch. Hintergrund ist, dass die Brücke bereits Teil der Umleitungsstrecke der A 42 zwischen den Anschlussstellen Bottrop-Süd und Essen-Nord ist.
Seit Dezember 2023 ist die A 42 wegen Schäden an der dortigen Brücke über den Rhein-Herne-Kanal für Lkw gesperrt. Kraftfahrzeuge ab 3,5 Tonnen werden deshalb bereits jetzt von der Autobahn auf die L 631 umgeleitet.
Wie stark die Belastung dadurch gestiegen ist, ist derzeit unklar. Bei der bislang letzten Verkehrszählung vor fünf Jahren wurden rund 22.000 Kraftfahrzeuge pro Tag gezählt. Der Anteil des Schwerverkehrs lag damals bei neun Prozent.
Stadt fordert Konzept für Schwertransporte
Unklar ist aus Sicht der Stadtverwaltung außerdem, welche Folgen eine mögliche Tonnagebegrenzung haben könnte. Die Stadt fordert von Straßen.NRW deshalb ein Routenkonzept für Schwertransporte über 40 Tonnen.
Der technische Beigeordnete Klaus Müller geht davon aus, dass sich die Verkehrsdichte weiter erhöhen wird. Das könne nach seiner Einschätzung zu zusätzlichen Verspätungen bei Busverbindungen führen.
Müller hält es außerdem für möglich, dass Autofahrerinnen und Autofahrer auf Nebenstraßen ausweichen, um Staus zu umgehen. Dadurch könnten Wohngebiete stärker belastet werden. Auch Konflikte mit Radfahrenden und Fußgängerinnen und Fußgängern seien aus Sicht der Stadt nicht ausgeschlossen.
Ersatzneubau aus Sicht der Stadt vor 2045 nötig
Klaus Müller appelliert deshalb an den Landesbetrieb Straßen.NRW, den notwendigen Ersatzneubau deutlich vor 2045 zu ermöglichen. Ziel sei es, die Belastungen für die Menschen in Bottrop möglichst frühzeitig zu verringern.
Der Bau- und Verkehrsausschuss hat sich bereits mit dem Thema befasst. Er hat die Verwaltung beauftragt, die Interessen der Stadt Bottrop gegenüber Straßen.NRW deutlich zu vertreten. Die Verwaltung will den Ausschuss regelmäßig über den weiteren Stand informieren.
teilweise mithilfe von KI generiert