
Erneut schwebt ein Hubschrauber mitten in der Nacht über Bottrop. Doch warum?
Offenkundig begleitet die Maschine für mehrere Stunden den nächsten Transport eines Castor-Behälters von Jülich bei Aachen bis zum Zwischenlager in Ahaus. Das belegen Daten des öffentlichen Online-Trackingdienstes “ADSB Exchange”.
Hubschrauber über Bottrop begleitet Atommüll-Transport
Die brisante Ladung in dem speziellen Castor-Behälter: Atommüll. Auch deshalb wird der Transport nicht nur aus der Luft, sondern auch von Hunderten Einsatzkräften am Boden begleitet – Straßensperrungen und Blaulicht-Kolonne inklusive. Damit der Konvoi die rund 170 Kilometer lange Route möglichst hindernisfrei hinter sich bringen kann, rollt er in den späten Abendstunden.
Dabei führt ihn sein Weg auch durch Bottrop. Gegen 23.50 Uhr tauchte der Begleit-Hubschrauber im Himmel über der Stadt auf, um den Bottroper Luftraum rund zehn Minuten später wieder zu verlassen. Die kurze Aufenthaltsdauer deutet darauf hin, dass der Hubschrauber die Strecke möglicherweise ausgekundschaftet hat.
Noch dutzende Transporte stehen bevor
Denn: Die letzten Konvoi-Begleitflüge dauerten allein auf Bottroper Gebiet rund 20 Minuten – also rund doppelt so lange. Logisch, denn die Castor-Behälter werden mit reduzierter Geschwindigkeit transportiert.
In den kommenden Wochen und Monaten müssen sich Bottroperinnen und Bottroper auf weitere Transporte vorbereiten. Insgesamt sollen über 150 Castor-Behälter bis nach Ahaus gebracht werden. Nach bisherigen Beobachtungen dürften mindestens sechs Transporte bereits erfolgt sein.