Neues ÖPNV-Konzept für Bottrop: Das soll sich im Busverkehr ändern

Die Stadt Bottrop will den öffentlichen Nahverkehr neu aufstellen. Im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans wurde ein neues ÖPNV-Verkehrskonzept erarbeitet. Der Entwurf wird am Dienstag, 21. Juli, erstmals im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt.

Ziel ist es nach Angaben der Stadt, den Nahverkehr attraktiver und zugleich wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Grundlage des Konzepts sind eine Bestandsanalyse, Mobilfunkdaten zur tatsächlichen Nachfrage, eine Online-Bürgerbeteiligung sowie die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes.

Stadt, Planersocietät und Vestische erarbeiten Konzept

Erarbeitet wurde der Entwurf gemeinsam von der Stadt Bottrop, der Planersocietät Frehn Steinberg Partner GmbH und der Vestischen Straßenbahnen GmbH.

Oberbürgermeister Matthias Buschfeld erklärte bei der Vorstellung in einem Mediengespräch, der Nahverkehr solle stärker an den Mobilitätsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet werden. Zugleich müsse die Wirtschaftlichkeit des Angebots berücksichtigt werden.

Das Haushaltssicherungskonzept sieht im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs Einsparungen von jährlich 300.000 Euro vor.

Analyse zeigt Stärken und Schwächen im Busnetz

Nach Angaben des Technischen Beigeordneten Klaus Müller verfügt Bottrop bereits heute über ein dichtes Taktangebot, eine gute Erschließung fast aller Stadtteile und leistungsfähige Verbindungen in umliegende Städte.

Die Analyse habe jedoch auch Schwachstellen gezeigt. Dazu zählen fehlende Direktverbindungen zwischen einzelnen Stadtteilen, die Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr und die Erreichbarkeit regional bedeutender Freizeitziele.

Auch die Online-Beteiligung zwischen April und Juni 2025 wurde ausgewertet. Häufig genannt wurden laut Stadt der Wunsch nach weniger Umstiegen, besserer Abstimmung zwischen Bus und Bahn, zuverlässigeren Fahrplänen, zusätzlichen Abend- und Nachtverbindungen sowie besser ausgestatteten und barrierefreien Haltestellen.

Neuer Takt für Haupt- und Nebenachsen

Ein zentraler Punkt des Entwurfs ist ein neuer Grundtakt. Statt des bisherigen 20-Minuten-Takts soll das Netz künftig stärker auf einen 15-/30-Minuten-Takt ausgerichtet werden.

Hauptachsen sollen im 15-Minuten-Takt bedient werden. Auf Nebenachsen ist ein einheitlicher 30-Minuten-Takt vorgesehen. Damit orientiert sich Bottrop nach Angaben der Stadt an den Taktstrukturen im Schienenpersonennahverkehr und am überregionalen XBus-Konzept des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr.

Mehr direkte Verbindungen zum Hauptbahnhof

Ein Schwerpunkt liegt auf einer besseren Anbindung der Bahnhöfe. Künftig sollen mehr Stadtteile den Bottroper Hauptbahnhof direkt oder ohne Umstieg erreichen können.

Geplant sind unter anderem zusätzliche oder neue Direktverbindungen aus Kirchhellen, Eigen über Gladbecker Straße und ZOB, der Welheimer Mark ohne Umstieg über den ZOB sowie aus Fuhlenbrock über Hans-Böckler-Straße, ZOB und Hauptbahnhof.

Auch die Erreichbarkeit der Bahnhöfe Bottrop-Boy, Oberhausen Hauptbahnhof und Sterkrade soll verbessert werden.

Neue Direktverbindungen zwischen Stadtteilen

Das Konzept sieht außerdem neue Direktverbindungen zwischen mehreren Stadtteilen vor. So sollen Eigen und Boy künftig direkt miteinander verbunden werden.

Auch der Boyer Bahnhof, der Boyer Markt und Welheim sollen künftig ohne Umstieg besser erreichbar sein. Für Grafenwald ist eine direkte Busverbindung von der Schneiderstraße nach Kirchhellen vorgesehen.

Geplant ist zudem eine neue Direktverbindung zwischen Sterkrade Bahnhof, Batenbrock-Nord entlang der Horster Straße, Boy Bahnhof und Welheim. Außerdem sollen zwei neue Direktverbindungen aus dem Bottroper Süden zum Oberhausener Hauptbahnhof entstehen, unter anderem über Boy, Batenbrock-Nord sowie Welheim und Batenbrock-Süd.

Freizeitziele sollen besser erreichbar werden

Auch regionale Freizeitziele spielen im neuen Konzept eine Rolle. Das Quadrat soll über die Linie SB16 und die Haltestelle Im Stadtgarten direkt an den Bottroper und den Essener Hauptbahnhof angebunden werden. Davon sollen auch die Knappschaft Kliniken Marienhospital Bottrop profitieren.

Das Alpincenter soll Anschluss an eine neue Schnellbuslinie zwischen der Stadtbahn in Essen-Karnap und dem Oberhausener Hauptbahnhof erhalten. Davon könnte nach Angaben der Stadt auch die Eloria-Erlebnisfabrik profitieren.

Weniger Kilometer, aber gezieltere Linienführung

Trotz geplanter Verbesserungen soll die Gesamtleistung des Busverkehrs nahezu stabil bleiben. Laut Stadt reduziert sich die Betriebsleistung um 4,4 Prozent. Das entspricht rund 190.000 Kilometern pro Jahr.

Damit sollen die Vorgaben des 2024 beschlossenen Haushaltssicherungskonzeptes erfüllt werden. Gleichzeitig sollen durch neue Linienführungen und dichtere Takte vor allem die Hauptachsen attraktiver werden.

Politische Beratungen starten am 21. Juli

Der Entwurf des Nahverkehrsplans wird am 21. Juli zunächst im Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt. Danach geht er zur Vorbereitung in die drei Bezirksvertretungen. Anschließend soll im Bau- und Verkehrsausschuss über das Verkehrskonzept entschieden werden.

Nach einem Beschluss kann das formelle Beteiligungsverfahren für die Träger öffentlicher Belange beginnen. Dazu zählen unter anderem Nachbarstädte, der Regionalverband Ruhr, Verkehrsunternehmen und der VRR.

Die Vorsitzende des Bau- und Verkehrsausschusses, Susanne Jungmann, erklärte, dass Angebotsverdichtung und Wirtschaftlichkeit gemeinsam betrachtet werden müssten. Wichtig sei außerdem, dass der ÖPNV die Lebensrealität der Menschen in Bottrop abbilde.

Nach Abschluss des politischen Beratungsverfahrens soll der Nahverkehrsplan die Grundlage für die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Bottrop in den kommenden Jahren bilden.

teilweise mithilfe von KI generiert

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