Caritas Bottrop startet unabhängige Aufarbeitung von Gewalt in ehemaligem Kinderheim

Der Caritasverband für die Stadt Bottrop e.V. hat eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung möglicher Gewaltfälle im ehemaligen Kindervollheim St. Konrad in Auftrag gegeben.

Dem Verband liegen nach eigenen Angaben Hinweise auf sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt aus den 1960er- und 1970er-Jahren vor. Das frühere Kindervollheim trägt seit 1968 den Namen Kinderdorf am Köllnischen Wald.

Betroffene und Zeitzeugen werden gesucht

Für die Aufarbeitung sucht die Caritas Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in der Einrichtung gelebt haben und dort Gewalt erfahren haben.

Auch Angehörige, ehemalige Mitarbeitende und weitere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden gebeten, sich zu melden, wenn sie Angaben zu damaligen Ereignissen machen können.

Die Kontaktaufnahme kann nach Angaben des Verbandes auch anonym erfolgen.

Interviews und Archivrecherche geplant

Teil der Aufarbeitung ist eine Interviewstudie unter Leitung von Prof. Dr. Manuela Dudeck, Ärztliche Direktorin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm.

Dabei sollen Erfahrungen von Betroffenen und weiteren Zeitzeugen erfasst werden. Untersucht werden soll unter anderem, in welchem Umfang Kinder und Jugendliche sexualisierter, körperlicher oder psychischer Gewalt ausgesetzt waren und welche strukturellen Bedingungen Übergriffe möglicherweise begünstigten.

Zusätzlich ist eine historische Archivrecherche vorgesehen. Diese übernimmt Prof. Dr. Andreas Henkelmann von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen am Standort Paderborn.

Abschlussbericht für Herbst 2027 vorgesehen

Die Ergebnisse der Interviewstudie und der Archivrecherche sollen in einem gemeinsamen Abschlussbericht zusammengeführt werden.

Die Veröffentlichung ist nach derzeitiger Planung für Herbst 2027 vorgesehen.

Darüber hinaus sind die Einrichtung eines Begleitgremiums sowie die Entwicklung einer Erinnerungskultur geplant.

Keine Hinweise auf aktuelle Fälle

Nach Angaben des Caritasverbandes beziehen sich die bislang bekannten Hinweise ausschließlich auf Ereignisse aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Hinweise auf gegenwärtige Fälle.

So können sich Betroffene und Zeitzeugen melden

Ansprechpartnerin für Betroffene, Angehörige, ehemalige Mitarbeitende und weitere Zeitzeugen ist:

Dr. Judith Streb
Universität Ulm
Lindenallee 2
89312 Günzburg

Telefon: 08221 / 96-2868
E-Mail: [email protected]
Telefonisch erreichbar: Montag bis Freitag, 7.00 bis 12.30 Uhr

Alle Angaben werden nach Mitteilung der Caritas vertraulich behandelt. Auch eine anonyme Kontaktaufnahme ist möglich.

teilweise mithilfe von KI generiert

Weitere Artikel, die dich interessieren könnten

Wir lieben Bottrop - Redaktion

Wir lieben Bottrop - seit mehr als 13 Jahren!

Jetzt suchen