
Wenn Menschen an Pflege denken, denken die meisten an Pflegekraft und Patient. Doch es gehört mehr dazu: Gute Pflege entsteht selten nur durch eine einzelne Person, sondern erfordert das Zusammenspiel mehrerer Beteiligten, wie beispielsweise dem Hausarzt, der Familie, der Pflegekasse und natürlich dem Pflegedienst selbst. Heute zeigen wir Ihnen, wie dieses Zusammenspiel funktioniert.
Unterschiedliche Perspektiven
Jeder Beteiligte im Pflegeprozess sieht einen anderen Ausschnitt der Situation. Der Hausarzt kennt die medizinische Vorgeschichte und aktuelle Diagnosen, die Familie kennt die Gewohnheiten, Vorlieben und die emotionale Verfassung eines Menschen und die Pflegekasse entscheidet über Leistungsansprüche und finanzielle Rahmenbedingungen. Pflegedienste wie die Pflegesonne sehen den Alltag, wie es den Menschen geht, was sie brauchen und wie sich ihr Zustand verändert.
Wenn diese Perspektiven zusammenfinden, können Lücken geschlossen werden, die sonst womöglich unentdeckt geblieben wären. Sei es eine Medikamentenänderung beim Arzt, die dem Pflegedienst nicht mitgeteilt wird, eine Verschlechterung im Alltag, von der die Familie nichts erfährt oder ein Leistungsanspruch, der ungenutzt bleibt, weil niemand darauf hingewiesen hat. Diese Lücken können in der Summe die Versorgungsqualität beeinflussen.
Das macht gute Zusammenarbeit aus
Damit eine zufriedenstellende Versorgung stattfinden kann, müssen sich die verschiedenen Ansprechpersonen verständigen. Verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, Zeitplänen und manchmal auch unterschiedlichen Auffassungen müssen an einem Strang ziehen, weil die pflegebedürftige Person die Fäden oft nicht mehr selbst in der Hand halten kann.
Für einen Pflegedienst bedeutet das konkret: Informationen weiterzugeben, wenn sich etwas verändert, nachzufragen, wenn etwas unklar ist, statt einfach zu vermuten und auch das Gespräch mit Angehörigen zu suchen, wenn sich der Bedarf verändert.
Die Familie als wichtiger Teil des Ganzen
Auch wenn ein Pflegedienst viele Aufgaben übernimmt, bleibt die Familie ein zentraler Teil des Betreuungsprozesses. Sie bringt Wissen mit, das kein Pflegedienst von Anfang an haben kann, etwa wie jemand tickt, was ihm wichtig ist oder welche kleinen Signale auf Unwohlsein hindeuten. Eine gute Zusammenarbeit bedeutet deshalb auch, dieses Wissen ernst zu nehmen und aktiv einzubeziehen, statt Angehörige nur als Randfiguren im Pflegeprozess zu behandeln.
Aber was, wenn jemand keine Familie mehr hat? Dann ist es umso wichtiger, die vorhandenen Wissenslücken über den Zustand des Patienten zu schließen und ihm ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu schenken. Außerdem können Angebote wie unsere Begegnungsstätte “Sonnen-Treff” das Gemeinschaftsgefühl stärken und fehlende familiäre Beziehungen ersetzen.
Auswirkungen auf den Patienten
Werden Medikamente korrekt und aktuell verabreicht? Wird schnell reagiert, wenn sich etwas verändert? Fühlen sich alle Beteiligten, Patient wie Angehörige, gut informiert und eingebunden? Nur, wenn man sich auf sein Pflegenetzwerk verlassen kann, fühlt man sich gut aufgehoben und umsorgt.
Besonders deutlich wird der Unterschied, wenn es schnell gehen muss. Wenn sich der Zustand plötzlich verändert, zeigt sich, ob Arzt, Pflegedienst und Familie wirklich eingespielt sind, oder ob im entscheidenden Moment erst mühsam Informationen zusammengetragen werden müssen. Ein gut funktionierendes Netzwerk verschafft in solchen Momenten wertvolle Zeit.
Irgendwann merkt man dann: Man muss gar nicht mehr ständig nachfragen oder hinterhertelefonieren, es funktioniert einfach.
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