Der Kühlschrank-Check: So erkennen Sie, dass jemand Hilfe braucht

Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal bei Ihren Eltern in den Kühlschrank geschaut? Da will man nur mal kurz Milch fürs Kaffeekränzchen holen, öffnet den Kühlschrank und stutzt. Fünf Packungen Butter, abgelaufene Lebensmittel und sonst nicht besonders viel Essbares. 

Ein Blick in den Kühlschrank kann uns so viel mehr verraten, als wir auf den ersten Blick denken: Isst die Person genug? Wird sie vergesslicher? Schafft sie es nicht mehr, regelmäßig einkaufen zu gehen? Heute sprechen wir gemeinsam über einen der schlechtesten Geheimnisträger im Haushalt. 

 

Warum gerade der Kühlschrank?

Einkaufen, Planen, Kochen und Essen sind komplexe Alltagsaufgaben, die mit einem gewissen Aufwand verbunden sind, sowohl körperlich als auch mental. Im Alter fallen diese Dinge immer schwerer. Die Beine wollen nicht mehr so richtig, die Treppe ist zu steil und die Einkaufstüten zu schwer. Vor allem, wenn Unterstützung von außen fehlt, wird es für ältere Menschen zunehmend zur Herausforderung, sich ausgewogen zu ernähren.

 

Hinweis 1: Gähnende Leere

Wenn im Kühlschrank außer ein paar alten Lebensmittel nichts zu finden ist, kann das für Angehörige ein wichtiges Alarmsignal sein, dass die betroffene Person sich nicht ausgewogen ernährt. Hier lohnt es sich, nachzufragen, wie man unterstützen kann. Ist das Einkaufen und die damit verbundenen Wege zu anstrengend? “Lohnt” sich das Kochen für eine Person nicht genug? Verspürt die Person keinen Appetit? 

Wenn Sie abgewimmelt werden und mit dem üblichen “Alles gut” abgespeist werden, können Sie zusätzlich auf Anzeichen wie ungewollten Gewichtsverlust, geschwächte Muskulatur, Infektanfälligkeit oder Müdigkeit achten.  

 

Hinweis 2: abgelaufene und verdorbene Lebensmittel

Einen vergessenen, abgelaufenen Joghurt hat wohl jeder von uns schon mal im Kühlschrank gefunden. Wenn im Kühlschrank allerdings immer wieder viele abgelaufene, verschimmelte Lebensmittel zu finden sind, kann das auf ein Problem hindeuten. Beispielsweise kann eine nachlassende Sehkraft dazu führen, dass es den Betroffenen schwerfällt, das Mindesthaltbarkeitsdatum zu erkennen oder den Zustand der Lebensmittel zu bewerten. Außerdem wird im Alter der Geruchssinn schwächer, was dazu führt, dass Betroffene den Geruch der Lebensmittel schlechter bewerten können. Es können allerdings auch ernstere Erkrankungen dahinter stecken.

 

Hinweis 3: Alles doppelt und dreifach

Wenn unsere Liebsten fünf Packungen Butter, drei offene Gläser Gurken und vier Liter Milch im Kühlschrank haben, sollten wir genauer hinsehen. 

Wer beim Einkaufen nicht mehr weiß, was man Zuhause hat, kauft nochmal. Keine Panik: Doppelt eingekauft haben wir alle schon mal. Wenn das aber häufiger oder in ungewöhnlichem Ausmaß passiert, könnte das ein Hinweis sein, dass der Kopf manchmal nicht mehr so funktioniert, wie er soll. 

Wenn Sie eine Häufung dieses Musters beobachten können, lohnt es sich, das ärztlich abklären zu lassen, um ernstere Ursachen ausschließen zu können. 

 

Hinweis 4: Dinge, die nicht in den Kühlschrank gehören

Bei normaler Vergesslichkeit werden Dinge hin und wieder verlegt und dann wiedergefunden. Wenn allerdings wiederholt der Schlüssel im Kühlschrank oder die Fernbedienung im Briefkasten landet, ist Vorsicht angesagt. Diese Art von Verhalten kann auf ernste Erkrankungen hinweisen und sollte unbedingt dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. 

Wichtig für Angehörige: Wenn der Kopf nicht mehr richtig mitmacht, kann das Betroffene sehr verwirrend und belastend sein. Seien Sie also einfühlsam und machen Sie keine Vorwürfe.

 

Erstmal Hinschauen statt Alarm schlagen

Auch wenn es erstmal beängstigend erscheint, ist ein einzelnes Zeichen noch keine Diagnose. Wenn allerdings ein Muster zu erkennen ist, sich wiederholt oder zunimmt und den Alltag beeinträchtigt, sollte man als Angehöriger tätig werden. 

Notieren Sie sich Ihre Beobachtungen am besten kurz (was, wann wie oft…), das hilft Ihnen beim Hausarzt und später auch bei einer eventuellen Pflegeberatung. 

 

Das Gespräch suchen, aber wie?

Angehörige sollten den Wunsch nach Selbstständigkeit der Betroffenen ernst nehmen. Das bedeutet unter anderem, nicht über ihren Kopf hinweg zu entscheiden, sondern gemeinsam kleine Schritte zu gehen. 

Außerdem sollte so ein Gespräch nicht zwischen Tür und Angel oder beim gemeinsamen Familienessen stattfinden, sondern in Ruhe und im kleinen Kreis. Angehörigen hilft es häufig, mit “Ich-Botschaften” zu kommunizieren: “Mir ist aufgefallen”, statt “du schaffst das nicht mehr”.

 

So können wir bei der Pflegesonne unterstützen

Betreuung und Hauswirtschaft: Wir helfen beim Einkaufen, bei der Zubereitung von Mahlzeiten oder im Haushalt. Manchen Angehörigen hilft es auch, zu wissen, dass jemand Unbeteiligtes auch ein Auge auf die betroffene Person hat. 

Bei der Grundpflege und Behandlungspflege achten unsere Pflegekräfte ebenfalls auf Trinkmenge, Essverhalten, Gewichtsveränderungen und Medikamenteneinnahme. 

Unsere Begegnungsstätte “Sonnentreff” bieten wir als Mittel gegen Einsamkeit an, hier wird aber auch gemeinsam gegessen und gekocht. 

 

Sie sind auf der Suche nach einem Pflegedienst, dem Ihr Wohl am Herzen liegt?

 

Sie erreichen uns über [email protected] oder unter 02041 7828750

Pflegesonne Ruhrgebiet

Die Pflegesonne Ruhrgebiet bietet Ihnen fachlich kompetente Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft in Ihren eigenen vier Wänden. Als einfühlsamer Pflegedienst rund um die mobile Krankenpflege ist es uns ein Anliegen, Ihnen eine vertrauensvolle Betreuung zur Verfügung zu stellen, bei der stets der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund steht.

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