
Ein mit farbigen Wimpeln geschmückter Lichthof, lange Tafeln mit knapp 300 Schülerinnen und Schülern aus allen Bereichen des Berufskollegs der Stadt Bottrop, ein kunterbuntes, internationales Buffet voller bekannter und fremder Speisen und Getränke. Das „Frühstück Internationale“ am BKB setzte direkt zum Schuljahresbeginn ein deutlich sichtbares Zeichen für gelebte Gemeinschaft, Toleranz und Miteinander über Klassengrenzen hinaus. „Wir wollten miteinander ins Gespräch kommen – und zwar nicht nur über Lerninhalte, denn wir erleben gerade in vielen Bereichen unserer Gesellschaft, dass Menschen Vertrauen verlieren – in Institutionen, in Systeme und manchmal auch in Schule. Dieses Vertrauen kann man nicht einfach verordnen. Man kann es nur aufbauen. Durch Begegnung. Durch Zuhören. Durch Kommunikation“, erläutert Klaus Lohmann, Mitorganisator aus dem Team „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, die einfache Grundidee hinter der Veranstaltung.

Insgesamt 17 Klassen füllten aktiv das „Internationale“ beim Frühstücksbuffet mit Leben. „Wir sind überwältigt, wie viele Spezialitäten selbst zubereitet wurden und zum Ausprobieren und Genießen bereitstanden“, so Lohmann weiter, der das knapp 20 Meter lange Buffet begeistert bewunderte. Abseits von Klassikern hiesiger Frühstückstradition befanden sich Köstlichkeiten wie Zucchinipizza, Thunfisch-Tacos, Baklava, Sucuk, Köfte, Künefe, gefüllte Weinblätter, Hummus, frittierte Süßkartoffeln, Hackfleischspieße, selbstgebackene Brotspezialitäten oder Datteln mit Kadayif als Gaumenschmaus auf der Tafel.
Neben gemeinsamen Verzehr von Bekanntem und Unbekanntem stand aber auch das gemeinsame Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus im Mittelpunkt der Veranstaltung. Um den teilnehmenden Klassen Denkanstöße zu bieten, über Ausgrenzung und Intoleranz nachzudenken, hatte das Organisationsteam Gesprächskarten bereitgelegt, die Situationen und Fragestellungen aus dem Schulalltag aufgriffen. „Die Karten sollten dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und sensibler für Rassismus und Diskriminierung – auch im Klassenzimmer – zu werden“, begründe Lohmann diesen Impuls.

Den besonderen Wert der Veranstaltung unterstrich auch der stellvertretende Schulleiter Moritz Michalowsky, der im Rahmen seiner Begrüßung treffend feststellte: „Wenn Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, dann begegnen sie sich anders. Man schaut sich an. Man kommt ins Gespräch. Man teilt miteinander. Und für einen Moment sind die Unterschiede zwischen den Menschen weniger wichtig, denn alle gehören zusammen und gestalten diese Schule gemeinsam.“ Das Team „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, bestehend aus Kim Beughold, Sandra Köster, Lisa Leuker, Klaus Lohmann, Mario Papierok, Steffen Vinnemeier und Udo Wegmann, sieht das „Frühstück internationale“ als ersten Schritt eines längerfristig angelegten Demokratieprojekts, das sich unter anderem schon im Unterrichtsfach „Demokratiebildung“ zeigt, das seit Beginn des Schuljahres in einigen Bildungsgängen unterrichtet wird. Abschließend zog das SOR-Team ein rundum positives Fazit: „Es war ein total harmonisches Beisammensein, das Essen war fantastisch und das Gemeinschaftsgefühl wurde enorm gestärkt. Wir freuen uns auf eine Wiederholung!“

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