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Mittwoch, Dezember 2, 2020

Einbrüche

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Zum Jahreswechsel tut sich einiges in der Bottroper Leichtathletik-Landschaft

Der Bottroper Hürdensprinter Marius Lewald ist an den Olympiastützpunkt Bochum gewechselt und startet seit dem 01.01.2020 für den TV Wattenscheid. Weiterhin bleibt er natürlich Mitglied in seinem alten Heimatverein, dem LC Adler Bottrop, und dort auch noch 1-2 Mal die Woche trainieren. Der Trainingsschwerpunkt wird jedoch am Olympiastützpunkt liegen.

Für Marius, der bereits im vergangenen Jahr regelmäßig am Stützpunkt in Münster bei Landestrainer Frank Bartschat trainiert hat, ändert sich natürlich Einiges. Er schaut dem Ganzen jedoch sehr positiv entgegen. „Zuerst ändert sich natürlich die Farbe meines Outfits. Bisher war alles rot, jetzt wird alles blau.“ kommentiert Marius lachend seinen Wechsel. „Aber viel wichtiger ist für mich jedoch, dass ich zusammen mit meinem „neuen“ Haupttrainer, meinem bisherigen Landestrainer Frank Bartschat, nach Wattenscheid wechseln werde. Ich habe zwar eine neue Trainingsumgebung mit einer neuen Trainingsgruppe, aber einen gewohnten und vertrauten Ansprechpartner“. Ein weiterer Vorteil für den Bottroper ist die Nähe zum Wohnort. Die Kombination, in Bottroper leben, in Gelsenkirchen studieren und in Bochum trainieren spart schon erheblich viel Zeit aufgrund der kurzen Wege.

Sein Vater und bisheriger Trainer Dirk Lewald sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. „Natürlich ist viel Wehmut dabei wenn Marius jetzt wechselt, keine Frage. Schließlich ist er in Bottrop sportlich groß geworden und hat hier seine Grundlagen für seine bisherigen Erfolge erworben, nicht zuletzt natürlich auch wegen der vorbildlichen Leistungssportförderung der Stadt Bottrop. Aber dennoch ist die Zeit für einen Wechsel jetzt reif geworden. Wir haben gemeinsam sehr viel erreicht, sehr gute Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften und internationale Starts bei Ländervergleichskämpfen sowie Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft. Aber die Möglichkeiten in der Bottroper Trainingsumgebung sind nun leider erschöpft. Neue Trainingsimpulse, professionelle Trainingsmöglichkeiten und entsprechende Trainingsgruppen werden Marius sicherlich noch weiter nach vorne bringen. Ich gebe ihn gerne mit einem guten Gefühl in die Hände meines Trainerkollegen Frank Bartschat“.

Auch Hannes Jüsten ist zusammen mit Marius zum Olympiastützpunkt zum TV Wattenscheid gewechselt. Er wäre der einzig verbleibende männliche Sprinter, der regelmäßig auf einem gewissen Leistungsniveau für sich alleine trainieren müsste, da fehlt natürlich jegliche Motivation. Generell sind die Trainingsgruppen der jungen Erwachsenen beim LC Adler Bottrop derzeit in einem großen Umbruch. „Nach dem Abitur haben viele Athleten aufgrund von Studium oder Auslandsaufenthalten ihren Lebensmittelpunkt verändert. So zerstreut es die Trainingsgruppen „leider“ z.B. in die Universitätsstadt nach Münster, in die USA oder nach Kanada.“ so Dirk Lewald. „Auch wenn sich Trainingsgruppen bei den jungen Erwachsenen jetzt teilweise fast auflösen, ist das nun mal der normale Lauf der Dinge. Unsere Athleten werden jetzt erwachsen und selbstverständlich stehen die persönlichen Entwicklungen absolut im Vordergrund“.

 

Eine weitere große Veränderung betrifft die NRW-Gala. Leider hat sich das behauptet, was sich schon seit einiger Zeit in internen Kreisen angekündigt hat. Im Jahr 2020 wird die NRW-Gala Bottrop leider nicht stattfinden können. Die NRW-Gala Bottrop hat ja das Motto „Meisterschaft trifft Meeting“. Als Basis der Veranstaltung dienten immer die NRW-Open, also die offenen NRW-Landesmeisterschaften der Erwachsenen. Seit sechs Jahren fand diese Veranstaltung nun sehr erfolgreich und auf hohem Niveau in Bottrop statt. Das Format „Meisterschaft trifft Meeting“ hat sich etabliert und alle Beteiligten haben da in den letzten Jahren eine richtig hochwertige Veranstaltung für die Region auf die Beine gestellt.

Was ist nun der Grund der diesjährigen Situation? Es gab lange erfolgreiche Bemühungen, endlich die beiden Landesverbände Nordrhein und Westfalen zumindest auf der Leistungssportebene zusammenzuführen. Es entstand der Verein „Leistungssport in NRW“. Ein sinnvoller Weg die Leichtathletik in NRW unter einem Dach zu vereinigen. Landeskader wurden gemeinsam gebildet und durchgeführt, NRW trat in Sachen Leistungssport nach außen auch als NRW auf und es gab Aktivitäten, eine Meeting-/ Veranstaltungsserie in NRW voranzutreiben. Auch die NRW-Gala Bottrop konnte aufgrund dieser zukunftsträchtigen und sportlich richtigen Aktivitäten wachsen. Vor der NRW-Gala Bottrop wurden die NRW-Open immer alternierend im Landesverband Nordrhein bzw. im Landesverband Westfalen durchgeführt. Die westfälischen Kollegen haben jedoch aus sportlicher Sicht die „Dauereinrichtung Bottrop“ unterstützt, da es ja offensichtlich eine sehr gut angenommene Veranstaltung war.

Und jetzt kommt der Casus knacktus … der Landesverband Nordrhein und der Landesverband Westfalen haben sich mittlerweile „verkracht“. Fast alle gemeinsamen Aktivitäten wurden eingestellt. Kadermaßnahmen werden wieder getrennt, also im doppelten Aufwand durchgeführt. Synergien werden über Bord geworfen. Jeder kocht jetzt wieder sein eigenes Süppchen. Es wird noch gemeinsame NRW-Meisterschaften geben, aber natürlich jetzt wieder streng alternierend. Also haben die Westfalen konsequenterweise für das Jahr 2020 die NRW-Open wieder für sich beansprucht. Somit wird Bottrop die Grundlage für die NRW-Gala Bottrop entzogen, denn ohne diese Basisveranstaltung kann mit dem „schmalen“ Budget die Veranstaltung nicht wie gewohnt auf dem hohen Niveau weder in der Qualität noch in der Quantität durchgeführt werden.

„Meisterschaft trifft Meeting“… das war nicht nur ein Leitmotto der NRW-Gala Bottrop, es war auch die Grundlage der Veranstaltung.

Für das Jahr 2021 besteht vielleicht wieder die Möglichkeit, die NRW-Open nach Bottrop zu holen und die NRW-Gala Bottrop wieder aufleben zu lassen. Es wäre also eine NRW-Gala vielleicht alle zwei Jahre in Bottrop. „Wir vom LC Adler Bottrop würden aber natürlich gerne dauerhaft die Leichtathletik auf Spitzenniveau in Bottrop beibehalten. In diesem Jahr werden wir uns voll auf die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Menschen mit Behinderung (IDM) konzentrieren. Diese finden vom 08. bis zum 10. Mai im Jahnstadion statt. Somit wird Bottrop im Jahr 2020 für drei Tage ein Sprungbrett für Top-Ergebnisse im Hinblick auf die Paralympics in Tokio.“ Eine entsprechende Pressemitteilung schicke ich im Anhang dieser Mail mit.

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