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Samstag, Juni 25, 2022
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Totems auf Halde Haniel werden instandgesetzt

Im Auftrag vom RVR setzt der Bottroper Künstler und Ibarrola-Schüler Guido Hofmann die beschädigten Kunstwerke wieder instand

Anfang März haben Unbekannte fünf der insgesamt 102 Stelen des baskischen Künstlers Augustin Ibarrola mutwillig abgesägt und den Hang der Halde Haniel hinuntergeworfen. Im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR), in dessen Besitz die Halde ist, hat der Bottroper Künstler und Ibarrola-Schüler Guido Hofmann gemeinsam mit seinem Sohn Felix und weiteren Helfern die beschädigten Stelen wieder instand gesetzt.

In Summe haben die Arbeiten bisher rund 350 Arbeitsstunden umfasst, damit der Halbbogen aus den Totems nicht länger wie ein Gebiss mit mächtigen Zahnlücken aussieht, so beschreibt es Pressesprecher des RVR, Jens Hapke.

Mit viel Liebe zum Detail

Die im Schnitt 70 bis 80 Kilogramm schweren Stelen wurden im Atelier des Künstlers vorbereitet und angeschliffen. Danach erfolgte der Transport zur Halde, um die Kunstwerke auf ihrem ursprünglichen Platz anzubringen. Damit die Totems Mensch wie Wetter standhalten, wurden mehrere Zentimeter starke Gewinde eingesetzt und ein spezieller Epoxitharzkleber eingesetzt. Aktuell findet an einem der Totems noch die Oberflächenbearbeitung statt, damit die Schnitte und der Übergang kaum noch zu erkennen sind.

„Die Stelen erhalten natürlich auch wieder eine Auffrischung ihrer Bemalung. Ich richte mich dabei an die Farbvariationen, die Ibarrola nutzt und stehe auch in einem regelmäßigen Austausch mit ihm, um die Arbeiten entsprechend abzustimmen“, hält Guido Hofmann fest.

Aktuell finden die letzten Feinarbeiten an den Stelen statt

Kosten sind überschaubar

Da es die Möglichkeit einer Instandsetzung der abgesägten Totems gab, belaufen sich die Reparaturkosten in Summe auf rund 20.000 Euro. „Zum Vergleich würde die Herstellung einer einzelnen neuen Stele jeweils 20.000 Euro kosten, da eine massive Bahnschwelle, wie sie hier genutzt wird, extrem hochwertig ist“, so Hofmann.

Neben den Reparaturarbeiten wurden zudem parallel alle 102 Totems überprüft und teils aufgebessert. Diese Routinearbeit führt der Bottroper Künstler gemeinsam mit seinem Team einmal im Jahr durch.

„Während der Instandsetzung habe ich in den letzten Wochen sehr viel Zuspruch von den Besucherinnen und Besuchern auf der Halde erhalten. Mich freut es sehr, dass das Kunstwerk viel Wertschätzung erfährt und die Reparatur und mit so viel Interesse verfolgt wird“, hält Guido Hofmann fest.

Gemeinsam mit RVR hofft der Künstler, dass das eindrucksvolle Kunstwerk in Zukunft von Vandalismus in diesem Ausmaß verschont bleibt.

Zu Ibarrola

Augustin Ibarrola ist bereits über 90 Jahre alt und hat die Totems 2002 im Rahmen der Ruhrtriennale als Wahrzeichen für die Halde Haniel erschaffen. Die Installation verbindet die „scheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur“, so Ibarrola.

Text und Fotos: Stadt Bottrop

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