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Samstag, Juni 25, 2022
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Das Ding mit der Sprache

JungautorInnen laden am 23. Juni zur kostenfreie Lesung der etwas anderen Art ein

Was haben Humboldt, Peirce, Paul, de Saussure, Bühler, Wittgenstein, Jakobson, Schütz und Ungeheuer gemeinsam? – Sie alle gehören zu den (un-)vergessenen Klassikern der Sprachwissenschaft und haben wichtige Beiträge zum Sprachverständnis geleistet.

Für viele Personen wirkt das Thema Sprachenwissenschaft sehr abstrakt und kaum greifbar. „Häufig denkt man dabei an Grammatik oder Rechtschreibung. Dabei ist Sprache ein Alltagsgeschäft und wird bereits in der Schule behandelt“, hält Mitherausgeber Professor Ulrich Schmitz fest. Denn fast jeder kennt aus der Schulzeit das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun oder hat schon mal vom Organon-Modell von Karl Bühler gehört.

Am Donnerstag, 23. Juni, hält ein junges Kollektiv der Universität Duisburg-Essen im Rahmen des Programms der VHS Bottrop ab 19.30 Uhr bis ca. 21 Uhr im Josef-Albers-Museum Quadrat den kostenlosen Vortrag „Vergessene Klassiker der Sprachwissenschaft – Zur Einführung und Erinnerung“ für alle, die sich für die Grundlagen von Sprache und Kommunikation interessieren.

v.l. Prof. Ulrich Schmitz, Thomas Kania, Ilka Fladung, Benjamin Eisenberg, Lea Hoffmann, Matthias Bau und Beatrix Fehse

Dabei wird die vermeintlich ‚trockene Theorie‘ aus einem neuen Blickwinkel betrachtet und mit verstaubten Vorurteilen einiger bekannter Sprachwissenschaftler aufgeräumt. „Bei den modernen Sprachwissenschaftlern ist es Gang und Gäbe neue Begriffe zu entwickeln und das Rad entsprechend neu zu erfinden. Doch schaut man etwas tiefer lassen sich schnell Verbindungen zu den ‚vergessenen Klassikern‘ der Sprachwissenschaft ziehen,“ erklärt Benjamin Eisenberg. Ausnahmsweise ist der bekannte Bottroper Jung nicht in seiner Rolle als Kaberettist auf der Bühne, sondern wird bei der Lesung als Mitherausgeber spannende Diskurse anregen.

Dementsprechend sind nicht nur Fachexperten gern gesehen. Auch HörerInnen und Zuschauer, die mehr über die Funktion sprachlicher Zeichen, kommunikatives Handeln und die Grundlagen unserer Verständigung erfahren wollen, werden auf ihre Kosten kommen.

Neben den theoretischen Ansätzen werden ganz alltägliche Fragestellung bei der Veranstaltung besprochen. „Wie kommen Missverständnisse zustande? Wie unterschiedlich kann die Deutung von Aussagen oder einzelner Wörter sein? Und was passiert, wenn bei Krankheit die Sprache verloren geht? All das gehört auch zur Sprachwissenschaft und wird in unserer Lesung thematisiert“, macht Ilka Fladung deutlich.

Zum Buch

Das Gemeinschaftswerk „Vergessene Klassiker der Sprachenwissenschaft?“ gibt kurze und prägnante Einblicke in die Werke bekannter Sprachwissenschaftler. Ergänzt werden die Passagen mit Kurzbiografien zu den WissenschaftlerInnen, die interessante und ungeahnte Details preisgeben und die Person als solche skizziert. Auch Begleittexte des Autorenkollektivs sorgen dafür, dass es eine sehr gute Lektüre für Interessierte ohne großes Vorwissen ist und ermöglichen so einen sanften Einstieg in die Thematik.

Zu den Autoren

Das Autorenkollektiv besteht aus Prof. Ulrich Schmitz, Lea Hoffmann, Ilka Fladung, Beatrix Fehse, Matthias Bau, Sven Ender, Thomas Kania und Benjamin Eisenberg. Die Gruppe hat sich aus einem Unikurs von Schmitz heraus entwickelt. Noch immer treffen sie sich einmal in der Woche und diskutieren über die verschiedensten wissenschaftlichen Texte.

Anmeldungen und weitere Informationen unter www.vhs-bottrop.de

Text und Fotos: Stadt Bottrop

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