
v.l. Nuri Furkan Arslan, Alisa Basenau, Hannah Ehrhardt, Dana Brüning und Mücahit Altun
Anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs bringt das Kulturamt der Stadt Bottrop eine besondere Eigenproduktion auf die Bühne: Das Theaterstück „Null“ verbindet Gegenwart und Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise und lädt zur Auseinandersetzung mit Geschichte, Familie und gesellschaftlichen Werten ein.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier Freunde, die sich zu einem scheinbar gewöhnlichen Spieleabend treffen. Gastgeber Hasan hat sich ein besonderes Konzept überlegt: einen Abend unter dem Motto der Nachkriegszeit. Ausgangspunkt ist eine Kiste mit Erinnerungsstücken des verstorbenen Großvaters Heinrich, der im Alter von 17 Jahren zur Wehrmacht eingezogen wurde. Was zunächst als gemeinsames Erlebnis gedacht ist, entwickelt sich schnell zu einer intensiven Auseinandersetzung über Mitläufertum, Schuld, Überleben, aber auch über den Wiederaufbau und die Hoffnung auf eine neue Gesellschaft.


Das Stück wurde von jungen SchauspielerInnen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Kulturamts Bottrop entwickelt. “Bereits vor zwei Jahren entstand im Rahmen des Gedenkens an ’80 Jahre Weltkriegsende’ die erste Idee für das Projekt”, hält Dana Brüning vom Kulturzentrum fest. Gemeinsam mit Kollegin Hannah Ehrhardt initiierten sie das Vorhaben ursprünglich mit dem Ziel, ein bestehendes Stück in den Kammerkonzertsaal zu holen. Im kreativen Prozess entwickelte sich jedoch eine eigene Inszenierung.
Für das Ensemble konnten unter anderem Mücahit Altun, Nuri Furkan Arslan und Alisa Basenau gewonnen werden. Altun und Arslan gründeten nach ihrer Schauspielausbildung in Köln ein eigenes Theaterkollektiv und sind seitdem in der freien Szene aktiv.
Unter der Regie von Hannah Ehrhardt entstand in intensiver Recherchearbeit – unter anderem in Büchereien, im Stadtarchiv sowie durch persönliche Familiengeschichten – ein Stück, das bewusst keine klassische historische Darstellung bietet. Stattdessen setzt „Null“ auf Reflexion aus heutiger Perspektive. Das Spiel wird immer wieder durch Tagebucheinträge, Audiosequenzen und szenische Brüche ergänzt, die Einblicke in die Lebensrealitäten der damaligen Zeit geben. Humorvolle Momente sorgen dabei für eine besondere Dynamik innerhalb der Inszenierung.
Die etwa 70-minütige Aufführung feiert ihre Premiere am Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr im Kammerkonzertsaal Bottrop.
Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Karten sind an der Theaterkasse erhältlich. Das Theaterstück wird von der Egon Bremer Stiftung unterstützt.
(c) Text/Fotos/Grafik: Stadt Bottrop