
Die Stadt Bottrop will in den kommenden Jahren mehrere Flächen in der westlichen Innenstadt neu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen das Parkhaus an der Schützenstraße, der heutige City-Parkplatz auf dem ehemaligen RAG-Gelände sowie der Gleiwitzer Platz.
Eine Beschlussvorlage der Verwaltung soll nun in den politischen Gremien beraten werden. Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen soll Ende Juni fallen. Einen Baubeschluss gibt es damit noch nicht.
Drei Flächen sollen zusammen betrachtet werden
Die Stadt sieht die drei Standorte als zusammenhängendes Projekt. Geplant ist zunächst, die Zukunft des Parkhauses an der Schützenstraße zu klären. Danach soll der City-Parkplatz entwickelt werden. Die Umgestaltung des Gleiwitzer Platzes wäre der letzte Schritt.

Vorgestellt wurden die Pläne am Dienstag, 9. Juni 2026, im Rathaus. Dabei waren unter anderem Oberbürgermeister Matthias Buschfeld, der Technische Beigeordnete Klaus Müller, Hermann Hirschfelder als Vorsitzender des Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschusses sowie Thomas Göddertz als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umweltschutz.
Parkhaus an der Schützenstraße soll ersetzt werden
Das Parkhaus an der Schützenstraße ist seit Dezember 2025 teilweise gesperrt. Grund ist ein Riss an einer Auffahrtrampe zwischen der achten und neunten Ebene. Derzeit können nur die unteren sechs Etagen genutzt werden.
Nach Angaben der Stadt könnte das Parkhaus für rund 50.000 Euro wieder vollständig geöffnet werden. Diese Reparatur soll nach aktuellem Stand auch erfolgen, allerdings nur als Übergangslösung. Langfristig hält die Verwaltung einen Abriss und Neubau für wirtschaftlicher.

Für Planung, Ausschreibung und Vergabe rechnet die Stadt mit etwa zwei Jahren. Das Parkhaus hat derzeit rund 500 Stellplätze, davon sind etwa 400 dauerhaft vermietet. Diese Kapazität soll mindestens erhalten bleiben. Je nach Planung könnten künftig bis zu 600 Stellplätze entstehen.
Wohnungen auf dem heutigen City-Parkplatz geplant
Auch der heutige City-Parkplatz an der Ecke Hans-Böckler-Straße / Osterfelder Straße soll verändert werden. Auf dem ehemaligen RAG-Mitarbeiterparkplatz prüft die Stadt eine Kombination aus Parkgarage und Wohnungsbau.
Die Umsetzung soll mit einem privaten Investor erfolgen. Dabei könnte das sogenannte Bauturbo-Verfahren nach § 246e Baugesetzbuch eine Rolle spielen. Es kann unter bestimmten Voraussetzungen Wohnbauprojekte erleichtern, auch wenn sie nicht vollständig zur bestehenden Bebauung passen. Die Regelung ist derzeit bis Ende 2030 befristet.
Die bisher rund 180 Stellplätze auf dem City-Parkplatz sollen erhalten bleiben. Zusätzlich müssten Stellplätze für die geplanten Wohnungen entstehen. Auch die rund 50 Stellplätze vom Gleiwitzer Platz sollen perspektivisch dort untergebracht werden.
Welche konkrete Bebauung möglich ist und ob ein Bebauungsplan nötig wird, soll nach Vorlage möglicher Investorenentwürfe geprüft werden.
Gleiwitzer Platz soll weniger Parkplatz werden
Der Gleiwitzer Platz wird derzeit vor allem als Parkplatz genutzt. Künftig soll die Fläche stärker als öffentlicher Platz mit mehr Grün gestaltet werden.
Voraussetzung dafür ist, dass wegfallende Stellplätze an anderer Stelle ersetzt werden. Außerdem müssen bestehende Funktionen wie Hol- und Bringzone, Fernbushaltestelle und Taxiwarteplätze entweder in die neue Planung aufgenommen oder verlegt werden.
Für die Umgestaltung des Platzes sieht die Stadt grundsätzlich Chancen auf Fördermittel aus der Städtebauförderung.

Berliner Platz: Ersatzparkplätze während der Bauzeit?
Während Abriss und Neubau des Parkhauses an der Schützenstraße wären Ersatzparkplätze nötig. Die Stadt prüft dafür zwei Standorte.
Auf dem Berliner Platz könnte vorübergehend wieder Parken erlaubt werden. Ob das möglich ist, wird derzeit mit der Bezirksregierung Münster geprüft, weil für den früheren Umbau des Platzes Förderauflagen gelten.

Für Dauerparker ist außerdem eine Übergangslösung Am Lamperfeld im Gespräch. Dort könnten auf einer bislang unbebauten Fläche gegenüber der Ortbergstraße zeitweise Stellplätze eingerichtet werden.
Beratungen in mehreren Ausschüssen
Die Vorlage wird zunächst am 18. Juni im Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksausschuss beraten. Danach folgen die Bezirksvertretung Bottrop-Mitte am 23. Juni und der Bau- und Verkehrsausschuss am 24. Juni.
Die abschließende Entscheidung über die Vorlage soll am 26. Juni im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz fallen.