
Hinweis: Diese Pressemitteilung hat die Stadtverwaltung Bottrops verfasst. Wir lieben Bottrop hatte keinen Einfluss darauf.
Titelbild: Stadt Riga
Gemeinsam mit über 40 Delegierten aus 34 Riga-Städten hat Oberbürgermeister Matthias Buschfeld an einer Gedenkreise in die lettische Hauptstadt teilgenommen. Alle sind Mitglieder des Riga-Komitees. Das Gedenken an die Deportation und die Ermordung jüdischer Menschen sowie die Einweihung der Gedenkstätte Riga-Bikernieki vor 25 Jahren stand im Mittelpunkt der Reise.
„Unsere Aufgabe ist es, diese Erinnerung gemeinsam wach zu halten“, so Oberbürgermeister Matthias Buschfeld. „Deshalb ist es wichtig, dass wir Teil des Riga-Komitees sind und so an die Menschen erinnern können, die damals so fürchterlich verfolgt worden sind.“


In den Wintermonaten 1941/42 wurden über 25.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer aus dem Deutschen Reich nach Riga deportiert, die allermeisten von ihnen wurden dort ermordet. Darunter befanden sich neun Bottroper Bürgerinnen und Bürger, keiner von ihnen überlebte.
Lange war das, was in Riga passiert ist, kaum bekannt. Bis der ehemalige Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei bei einer Spurensuche 1989 in Lettland diese vergessene Tragödie aufdeckte. In Münster initiierte er zum Jahrestag der Deportation eine Gedenkveranstaltung. Das war der Anstoß, dass Riga als Deportationsort in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland erstmals wahrgenommen wurde und der auch zur Gründung des Deutschen Riga-Komitees führte.
Im Mai 2000 schlossen sich auf Initiative des damaligen Volksbund-Präsidenten Karl-Willhelm Lange 13 deutsche Städte, aus denen die jüdische Bevölkerung nach Riga deportiert worden waren, zu einem erinnerungskulturellen Städtebündnis zusammen. Die Stadt Bottrop trat am 27. Januar 2019, offiziell als 60. Mitgliedsstadt dem Deutschen Riga-Komitee bei.
Die Delegierten der Mitgliedsstädte aus drei Ländern haben die Gedenkorte Rumbula und den Bahnhof Skirotova sowie die Überreste des Konzentrationslagers Jungfernhof besuchen. Dort haben sie gemeinsam mit Ilya Lensky, Direktor des Museums der Juden in Lettland, Kinder von Überlebenden getroffen.

Weitere Stationen der Reise waren die Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki, Ein Ort, der niemanden unberührt lässt. Die 55 Massengräber sind durch steinerne Umrandungen erkennbar gemacht. Auf Steintafeln stehen die Namen der Heimatstädte der Toten. Unterschiedlich hohe Granitstelen sollen an die Menschen erinnern, die sich angesichts ihrer Ermordung zusammendrängten.
„Die Verbrechen, die dort begangen worden sind, sind beispiellos. Es war eindrücklich und dramatisch zugleich zu sehen, wie viele Menschen den Tod gefunden haben. Es ist nahezu unaushaltbar diese Stellen zu besuchen. Wir sind auch mit Nachfahren der Ermordeten, aber auch von Menschen, die den Terror überlebt haben, ins Gespräch gekommen. Das hat mich noch viele Tage beschäftigt. Die Gespräche werde ich nie vergessen,“ berichtet Oberbürgermeister Matthias Buschfeld nach der Reise.
2022 installierte der Volksbund dort eine Außenausstellung, die Besucher über die Geschichte des Ortes informiert.
Gemeinsam mit den anderen Delegierten nahm Oberbürgermeister Matthias Buschfeld auch an der offiziellen Gedenkveranstaltung zum lettischen Holocaustgedenktag an der Ruine der Großen Choral-Synagoge teil. „Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an diese Zeit aufrechterhalten. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder passiert. Unser Dank gilt dem Volksbund für die Organisation der Reise und der Stadt Riga und dem lettischen Staat, die uns zu den Veranstaltungen begleitet haben,“ sagte er zum Abschluss der Gedenkreise.