Stadtverwaltung meldet: Kommunaler Wärmeplan für Bottrop ist beschlossen

Der Rat der Stadt Bottrop hat den Kommunalen Wärmeplan beschlossen. In seiner Sitzung am Dienstag, 7. Juli, stimmte der Rat mehrheitlich für das Konzept. Es gab 11 Gegenstimmen.

Vor der Entscheidung war der Wärmeplan bereits in den Bezirksvertretungen, im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz sowie im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss beraten worden.

Wärmeversorgung in Bottrop soll bis 2045 treibhausgasneutral werden

Grundlage ist ein Bundesgesetz, das Kommunen in Deutschland grundsätzlich verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045.

Die kommunale Wärmeplanung soll zeigen, welche Stadtgebiete künftig auf welche Weise mit Wärme versorgt werden können. Dabei geht es unter anderem um erneuerbare Energien, unvermeidbare Abwärme, Wärmenetze und dezentrale Lösungen. Für Bürgerinnen und Bürger soll der Plan eine Orientierung für die eigene Energieplanung bieten.

Bottrop arbeitet mit Gelsenkirchen und Gladbeck zusammen

Für die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung hat sich Bottrop mit den Städten Gelsenkirchen und Gladbeck zusammengeschlossen. Nach Angaben der Stadt sollen dadurch gemeinsame Strukturen und städteübergreifende Akteure besser berücksichtigt werden.

Dazu zählen unter anderem der Strom- und Gasnetzbetreiber EVNG sowie die Wärmenetzbetreiber Iqony und Uniper.

Fünf Stellungnahmen zum Wärmeplan eingegangen

Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit Fragen und Anregungen am Verfahren beteiligen. Der rund 140-seitige Plan lag bis Mitte Mai im Kundenzentrum Bauen der Stadt Bottrop zur Einsicht aus. Außerdem ist das Konzept auf der Webseite der Stadt Bottrop verfügbar.

Nach Angaben der Stadt gingen insgesamt fünf Stellungnahmen ein. Drei kamen aus der Bürgerschaft, zwei von Verbänden. Inhaltlich ging es vor allem um technische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen der Wärmewende.

Die eingegangenen Hinweise sollen in die weitere Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung einbezogen werden.

Infoveranstaltung in Kirchhellen geplant

Zur weiteren Information der Bürgerinnen und Bürger sind nach Angaben der Stadt zusätzliche Veranstaltungen geplant. Die nächste findet am 14.07.2026 ab 17 Uhr in der Miermanns Scheune, Scheideweg 38, Kirchhellen statt.

Dort sollen Interessierte weitere Informationen zum Kommunalen Wärmeplan und zur künftigen Wärmeversorgung in Bottrop erhalten.

Bottrop benötigt jährlich rund 1.137 GWh Wärme

In Bottrop werden jährlich rund 1.137 GWh für die Wärmeversorgung benötigt. Laut Stadt stammen etwa 80 Prozent davon derzeit aus fossilen Energieträgern.

Im Süden der Stadt besteht bereits ein Fernwärmenetz. In Kirchhellen befindet sich ein Nahwärmenetz im Ausbau. Die Potenzialanalyse nennt außerdem industrielle Abwärme, Abwasserwärme und Flussthermie als mögliche Wärmequellen.

Sanierung könnte Wärmebedarf deutlich senken

Ein weiterer Bestandteil der Analyse ist die Gebäudesanierung. Nach Angaben der Stadt ließen sich durch die Sanierung von Wohngebäuden jährlich 231 GWh einsparen.

Auf Grundlage dieser Daten hat die Beratungsagentur Conenergy-Consult verschiedene Szenarien berechnet, bewertet und angepasst. In einem Zielszenario wurde ein Zielbild für die Wärmeversorgung entwickelt. Dieses sieht unter anderem den Ausbau bestehender Fern- und Nahwärmenetze vor.

Für Gebiete ohne Wärmenetz zeichnet sich laut Wärmeplan eher eine dezentrale Wärmeversorgung ab, etwa über Heizstrom oder feste Biomasse. Die Stadt weist dabei darauf hin, dass Biomasse zwar nachwachsend ist, aber nicht klimaneutral.

Wärmeplan ersetzt keine individuelle Planung

Der Kommunale Wärmeplan enthält Empfehlungen, wie Gebäude in unterschiedlichen Gebieten künftig möglichst kostengünstig mit Wärme versorgt werden könnten. Die Vorschläge ersetzen jedoch keine individuelle, projektbezogene Planung für einzelne Gebäude.

Als nächster Schritt soll eine kommunale Umsetzungsstrategie entwickelt werden. Darin sollen Maßnahmen für die kommenden fünf Jahre festgelegt werden.

teilweise mithilfe von KI generiert

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