
In Bottrop ist ein neues Hilfsangebot für bedürftige, wohnungs- und obdachlose Menschen sowie Menschen mit Suchterkrankungen gestartet: die „Kumpel-Kutsche Bottrop“. Hinter dem Namen steckt kein Pferdefuhrwerk, sondern ein mobiles Angebot, das Lebensmittel, medizinische Erstversorgung und Begegnung direkt dorthin bringen soll, wo Hilfe gebraucht wird.
Der Offene Tisch Bottrop e.V. spricht in seinem Instagram-Posting von einem „Licht der Hoffnung auf Rädern“. Was zunächst als Idee, die beim 1. Bottroper Stiftungsnetzwerk entstanden ist, begonnen habe, sei am vergangenen Wochenende „emotionale Realität“ geworden. Lange hat man gemeinsam an der Entwicklung gearbeitet.
Hilfe auf Augenhöhe in Bottrop
Getragen wird das Projekt von einem Netzwerk aus Wunschzauberer e.V., der Bottroper Tafel und dem Offenen Tisch Bottrop e.V.. Unterstützt wird die Aktion zudem eng vom Sozialdezernat der Stadt Bottrop.
Die Kumpel-Kutsche soll dabei nicht nur Essen verteilen. Im Mittelpunkt steht auch der Kontakt zu Menschen, die im Alltag oft übersehen werden. Im Posting heißt es, das neue Angebot bringe genau das, was vielen besonders fehle: „Lebensmittel, medizinische Erstversorgung und echte Begegnung auf Augenhöhe.“
Erste Station am Borsigweg
Der erste Halt führte das Team zum Borsigweg. Vor Ort sei die Aufregung groß gewesen, schreibt der Offene Tisch Bottrop e.V. Die zentrale Frage: Würden die Menschen das neue Angebot annehmen und dem Team vertrauen?
Die Antwort fiel offenbar deutlich aus. „Man kennt sich, man hilft sich“, heißt es in dem Beitrag. Gemeinsam seien Autos ausgeladen worden. An einer einfachen Tischtennisplatte entstand eine warme Ausgabestelle. Menschen blieben sitzen, kamen ins Gespräch und durften einfach da sein. Knapp 30 Menschen konnte an dieser Station geholfen werden.



Auch am Berliner Platz wurde geholfen
Die zweite Station war der Berliner Platz. Dort sei der Hunger groß gewesen, berichtet der Verein. Das Team sei aktiv auf Gruppen zugegangen, habe heiße Terrinen verteilt und sogar spontan Lebensmittel nachgekauft, um niemanden hungrig zurückzulassen.
Parallel versorgte ein Ärzte-Team nach Angaben des Vereins Wunden. Insgesamt wurden am ersten Tag rund 80 Menschen erreicht. Verteilt wurden 88 Terrinen, 70 Käsebrote, 90 Bananen, 72 Flaschen Wasser und zahlreiche warme Becher Kaffee.
„Ihr seid nicht vergessen“
Warum das alles? Auch darauf gibt der Offene Tisch Bottrop e.V. in seinem Posting eine klare Antwort. Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, gehörten genauso zu Bottrop wie alle anderen. Sie hätten ein Recht darauf, gesehen zu werden.
Besonders eindrücklich ist der Schlusssatz des Vereins: Die Kumpel-Kutsche sei „mehr als ein Auto voller Essen“. Sie sei ein Versprechen: „Ihr seid nicht vergessen. Ihr seid Teil dieser Stadt. Und wir kommen wieder.“
Mit dem Start der Kumpel-Kutsche bekommt Bottrop damit ein Hilfsangebot, das praktische Unterstützung und Menschlichkeit verbindet – direkt vor Ort, niedrigschwellig und sichtbar.
teilweise mithilfe von KI generiert