
Laura Holsten Awo-Bereichsleitung (v.l.), Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert, Awo-Geschäftsführer Admir Bulic, Sascha Borowiak Leiter des Sozialamts, WBL-Geschäftsführerin Swetlana Behring, WBL-Geschäftsführerin Natalia Wiesenberg Behring, Till Tadhöfer vom Sozialamt und WBL-Geschäftsführerin Claudia Lak wollen mit dem Wohnheim für Pflegeazubis das Pflegeangebot stärken.
Auf Vermittlung des Sozialamtes entsteht in der Innenstadt ein Wohnheim für internationale Auszubildende. Ab April werden dort bis zu 21 junge Menschen untergebracht. Sie kommen aus unterschiedlichen Herkunftsländern eigens für die Ausbildung in Pflegeberufen nach Bottrop. „Es ist ein gutes Vorhaben, das einen Mehrwert bringt für Bottrop“, sagt Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert.
„Wir brauchen Menschen, die die Pflege gewährleisten.“ Sie freut es, dass mit der Unterkunft ein Beitrag zur Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte geleistet wird. Im Haus der Beratung wurde jetzt der Mietvertrag unterzeichnet.
Die WBL-Pflegeakademie an der Scharnhölzstraße bildet seit 2024 Fachkräfte aus. Rund 240 Schülerinnen und Schüler nehmen regelmäßig an acht- bis zwölfwöchige Unterrichtseinheiten teil. „Sie kommen beispielsweise aus Marokko und der Türkei“, sagt WBL-Mitgeschäftsführerin Swetlana Behring.
Mit dem Ausbildungsbeginn am 1. April kommen weitere junge Leute, vor allem aus Indien, nach Bottrop. Sie werden die ersten Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngemeinschaft. „Etwa 80 Prozent der Menschen, die in der Pflege arbeiten, haben einen Migrationshintergrund“, sagt Behring.
Mit den weiteren WBL-Geschäftsführerinnen Claudia Lak und Natalia Wiesenberg weist sie auf die Notwendigkeit ausländischer Fachkräfte hin, um den Bedarf in der Pflege zu decken. „Ohne deren Unterstützung sind die Aufgaben in der Pflege nicht zu bewältigen. Wir arbeiten in einem multikulturellen Umfeld“, sagt Claudia Lak.
Das Gebäude für das Wohnheim wird von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) vermietet. Awo-Geschäftsführer für Gelsenkirchen und Bottrop Admir Bulic hat das Konzept eines Wohnheims für Pflegeazubis aus dem Ausland überzeugt. „Die Immobilie wurde immer für soziales Engagement genutzt. Es ist gut, dass wir es weiterhin nutzen können, um etwas Sinnvolles für die Gesellschaft zu tun“, sagt er.
Beide Seiten betonen die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Das Sozialamt hat mit dem Arbeitskreis Pflege ein Netzwerk initiiert, in dem die angespannte Personalsituation immer wieder thematisiert wird. „Wir suchen Ideen, um die Situation zu verbessern“, sagt Till Tadhöfer, im Sozialamt für die Pflegeplanung zuständig.
Ein wichtiger Baustein sei es, dass die Auszubildenden eine geeignete Wohnung nahe dem Ausbildungsbetrieb finden. In diesem Fall hat das Sozialamt zwischen Awo und WBL erfolgreich vermittelt.
Die angehenden Azubis bereiten sich in ihren Heimatländern auf den Aufenthalt in Deutschland vor. Sie erhalten Sprachkurse und werden anschließend über Agenturen an Pflegeunternehmen vermittelt. Alle Beteiligten hoffen, die Fachkräfte dauerhaft, über die dreijährige Ausbildung hinaus in Bottrop zu halten.
„Wir wollen ihnen ein lebenswertes Umfeld schaffen, um sie in Bottrop zu halten und damit unsere Pflegelandschaft nachhaltig abzusichern“, sagt Sozialdezernentin Alexius-Eifert. Damit dies von Beginn an gelingt, werden die Neuankömmlinge mit Welcome-Tagen in das Stadtleben vorgestellt.
(c) Text/Foto: Stadt Bottrop