Entwarnung bei Bodenbelastung und Salatpflanzen

Für die Bodenuntersuchungen rund um die Kokerei liegen nunmehr die Messwerte vor und sie geben Anlass zu Entwarnung. Denn anders als die im Freien ausgesetzten Grünkohlpflanzen im vergangenen Jahr, zeigen die Böden in Gärten, Parks und Wohngebieten keine auffällig erhöhten Werte.

Die Untersuchung durchgeführt hatte das Institut für Stadtökologie und Bodenschutz mit Sitz in Bochum. An den besonders belasteten Standorten, die sich bei den Grünkohl-Messungen herausgesellt hatten, sollte im Zuge diese Adhoc-Untersuchung geklärt werden, ob nicht etwa auch die Böden bereits mit Benzo(a)pyren und anderen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sind.

Nachdem in den vergangenen Wochen die Proben an 17 Untersuchungsstandorten gezogen und analysiert wurden, konnten die Gutachter Entwarnung geben. Untersucht wurden exemplarisch 6 Gärten, 1 Brachfläche, 4 Böden in der Kleingartenanlage Johannestal plus 1 Kompostprobe und 6 weitere Standorte darunter südlich der Hauptschule Welheim und auf einem Spielplatz.

Das Ergebnis war, dass die untersuchten Böden im Bottroper Süden keine höheren Werte zeigen als in anderen Ballungsgebieten in Nordrhein-Westfalen auch und es keine messbare Erhöhung der absoluten Bodengehalte an BaP in den vergangenen 15 Jahren gibt. Es gäbe, so das Gutachten deswegen keinen Anlass dafür, die Nutzungen von Kleingärten, das Spielen von Kindern im Freien oder das Wohnen im Untersuchungsgebiet in Frage zu stellen.

Das Gutachten positioniert sich auch deutlich zu der Frage, ob durch die Wurzeln PKA-Immissionen in Nutzpflanzen und damit letztendlich durch den Verzehr in der menschlichen Körper gelangen könnten. Generell spiele dieser Weg der Aufnahme eine untergeordnete Rolle, da die Moleküle sich bevorzugt in Fetten und nicht in Wasser lösten. Generell gibt es hier die Ausnahme, wenn die Pflanzenwurzeln Fette oder Wachse enthielten wie bei Karotten. Dies sei aber nur dann problematisch, wenn der Boden außerordentlich hoch kontaminiert sei. Die niedrigen Bodenwerte in Bottrop, ließen daher diesen Weg ausschließen.

Entwarnung für Salat aus dem Garten

Ach die jüngsten Ergebnisse des Landesumweltamts liegen vor. Aufgrund der schlechten Befunde an den Grünkohlpflanzen wurden in den vergangenen Wochen Beprobungen an Blattsalat durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen signifikant niedrigere Werte im Salat gegenüber den Werten im Grünkohl. Ermittelt wurden Werte an Benz(a)pyren in den Salatproben zwischen 0,068 und 0,39 μg/kg . In den Grünkohlpflanzen wurden wesentlich höhere Werte von 0,26 – 3,5 μg/kg ermittelt. Auch die PAK 4-Gehalte der Salatproben waren mit 1,1 – 3,6 μg/kg deutlich geringer als die der Grünkohlpflanzen, wo 2018 8,2 bis 130 μg/kg gemessen wurden.

Auch die Blei- und Cadmiumgehalte der untersuchten Salatpflanzen liegen deutlich unterhalb der in der EU zulässigen Höchstgehalte. Dementsprechend seien, so das Landesumweltamt, alle untersuchten Salate verzehrfähig. Auch sei deutlich zu erkennen, dass eine „küchenfertige Aufarbeitung“ der Salatproben – sprich gründliches Waschen – die Schadstoffgehalte deutlich reduziere.

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