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Foto von Stefanie Vollenberg

Neue Ausstellung: Michael Wolf. Bottrop-Ebel 76

Einen Blick in eine vermeintlich ferne Vergangenheit gibt die neue Ausstellung im Josef Albers Museum Quadrat. Der Fotograf Michael Wolf zeigt „Bottrop-Ebel 76“. Die Bilder sind für seine damalige Abschlussarbeit an der Folkwangschule in Essen entstanden. Unter dem Titel damals „Die Lebensbedingungen einer Bergmannssiedlung am Beispiel Bottrop-Ebel“ spiegelt sich das Leben der Menschen unter dem Eindruck des sich abzeichnenden Strukturwandels wider.

Über ein Buch Wolfs sei er auf die Bilder aufmerksam geworden, sagt Museumsdirektor Dr. Heinz Liesbrock während einer Vorabbesichtigung. Der Stadtteil Ebel eigne sich durch seine inselähnliche Lage, die Typik des Ruhrgebiets einzufangen.

Wolf arbeitet nach Abschluss seiner Ausbildung als Fotoreporter für Magazine wie GEO und STERN. Seine beruflichen Stationen führten ihn bis nach Hongkong, wo er heute lebt.  2003 hat er sich der journalistischen Fotografie ab- und der künstlerischen Arbeit zugewandt. Der Tradition der sozial engagierten Dokumentarfotografie ist er weiterhin verwurzelt, wie noch bis zum 3. März eine Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen zeigt.

In Ebel hat sich Michael Wolf intensiv mit den Beteiligten vertraut gemacht. Mit einer distanzierten Vertrautheit hat er das Leben, die Arbeit, die Feiern und die Freizeit der Menschen im Jahr 1976 dokumentiert. „Geduldiges Warten, bis sich eine Situation zu einem besonderen Moment verdichtet, ist die Grundphilosophie seiner Bildsprache“, erklärt Dr. Liesbrock. Das Vertrauen zu den Fotografierten ist in den Arbeiten spürbar. So wird der  Betrachter Teil der Szenerie. Aus dem Blick des Fotografen wird man Mitglied einer Jugendclique, einer Familie beim Waschtag in der Küche und einer Festgesellschaft.

Wolf dokumentiert die starke Bedeutung der katholischen Kirche und die Selbstverständlichkeit des durch die Arbeit auf der Zeche geprägten Zusammenlebens mit den türkischen Nachbarn. „Teile dieser Welt sind nach wie vor heute sehr real“, sagt Dr. Liesbrock.

Dass es über vierzig Jahre gedauert hat, bis die Bilder im Museum ausgestellt wurden, ist der Gelassenheit Michael Wolfs geschuldet. Dr. Liesbrock schildert zwar, dass Wolf in dem Museum eine optimale Ausstellungsmöglichkeit seiner Arbeiten sieht, sich aber nicht aktiv bemühen wollte. „Er wollte warten, bis er gefragt wird“, so Dr. Liesbrock. Die Veranstaltungen rund um das Jubiläum 100 Jahre Stadt Bottrop waren jetzt der Anlass den Fotokünstler zu fragen.  Seine Bilder sind bis zum 19. Mai im Josef Albers Museum Quadrat, Im Stadtgarten 20, zu sehen.

Begleitprogramm: Bottrop-Ebel im Film

Parallel zur Ausstellung zeigt das Filmforum Bottrop vier Filme aus dem siebenteiligen Zyklus „Prosper/Ebel. Chronik einer Zeche und ihrer Siedlung (1979 – 1998)“ von Christian Hübner, Gabriele Voss, Theo Janßen, Werner Ružicka und Christa Donner. Die Dokumentaristen lebten und arbeiteten drei Jahre lang (1979 bis 1982) in der Zechensiedlung und begleiteten mit der Kamera das Leben der Bewohner über und unter Tage.

Text- und Bildquelle: Stadt Bottrop

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